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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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292
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an das Tabakrauchen gewöhnt haben, daß sie zu keiner Be-schäftigung aufgelegt sind, wenn ihnen der Tabak mangelt.Gebricht es ihnen daran, so nehmen sie gleich den IndianernAmerikas zu anderen Krautern ihre Zuflucht. Der PaterDobrizhofer i) erzählt von einem spanischen Capitän, derin Paraguay viele Wochen sein Reisegefährte war, daß erParaguay -Thee schmauchte, wenn ihm der Tabak ausging.Bei der Frage um die Ursache und Absicht dieser Sonderbar-keit, antwortete er: ich thue es meiner Gewohnheit wegen.Ich kann nicht leben, wenn ich nicht einen Rauch, von waser auch immer herkommen mag, unter meiner Nase sehe.So geht es vielen Rauchern, und nur so ist es begreiflich,wie sie in Ländern, in denen die Tabak-Regie eingeführt ist,wie in Frankreich und Italien , wo man meistens nur einenschlechten Tabak findet, und das Rauchen selbst zur Lualwird, der Gewohnheit dennoch nicht entsagen können. InUngarn hat man seit der Einführung des verhaßten Tabak-Monopols ein neues Surrogat angenommen, man rauchtvielfältig Klee, den sogenannten Steinklee (inelilotus vuo-ruleu), welcher im getrockneten Zustand ein angenehmesAroma verbreitet. Tabaks-Fabrikanten am Rhein haben auchangefangen, den Tabak durch den Zusatz von getrocknetenRunkelrüben-Blättern zu verfälschen.

Möchten übrigens alle, welche die Gewohnheit des Tabak-rauchens angenommen haben, welches Glaubens sie auch seinmögen, bei dem Anzünden einer Pfeife oder Cigarre, gleichden Indianern Nordamerikas mit Ehrfurcht des Großen Gei-stes, des Schöpfers und Herrn des Lebens, und seiner ewigenGesetze eingedenk sein!

') Geschichte der Abiponer. Wien 1783 Th. 1. S. 143.