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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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302
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Amersfort und Magdeburg , sowie in der Nheinpfalz hat mandie Erfahrung gemacht, daß der Tabak milder und wohlrie-chender wird, wenn er mehrere Jahre nach einander aufeinem und demselben gut gedüngten Boden gebaut wird.Die Größe und Farbe der Blatter, sowie ihre Dualität hangengar sehr vom Dünger ab. Es ist eine hinlänglich bestätigteErfahrung, daß thierischer Dünger, in dem viele stickstoff-haltigen Substanzen vorkommen, einen sehr starken undbeißenden Tabak liefert. Ein solcher ist sehr reich an Nico-tin und an kleberhaltigen Bestandtheilen, und von diesenletztern rührt der unangenehme Geruch des sogenanntenKnellerns her, welcher dem beim Verbrennen stickstoffhal-tiger Substanzen sich entbindenden widrigen Horngeruch ähn-lich ist. Felder dagegen, die mit vermoderten Pflanzen oderPflanzenerde gedüngt sind, liefern einen hellgefärbten, mildenund wohlriechenden Tabak. Auf Feldern, die mit Schaf-oder Pferdemist gedüngt sind, wächst ein mehr dunkel gefärb-ter und stärkerer Tabak als auf solchen, die mit Kuhmist ge-düngt sind. Auch mit zerstampften Knochen, Hufen, Klauen,Hornspänen und Haaren gedüngte Felder erzeugen einensehr. dunklen, starken und knellernden Rauchtabak. Der ausverwesten Pflanzen gewonnene Dünger eignet sich vorzüglichzur Hervorbringung eines feinen Rauchtabaks, während diethierischen Düngerarten paßender zur Erzeugung von Schnupf-tabak sind.

In den Ländern der Vereinigten Staaten gibt es einengroßen Feind der Tabakpflanzungen, der Europa bis jetztverschont hat. Es ist der sogenannte labaooo Warm, dieRaupe eines schönen Nachtschmetterlings, gewöhnlich Horn-blonvr genannt, welcher seine Eier auf die jungen Pflanzenlegt und die Blätter verzehrt.