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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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und Alkohol lösliche Materie, die sich im Feuer sehr ausblüheund deren Natur nicht näher bekannt sei; 6) Salmiak; und7) ein flüchtiges, farbloses, scharfes, im Waßer und Alkohollösliches Princip, welches von allen bekannten organischenSubstanzen verschieden zu sein scheine. In der Asche derverbrannten Blätter wurde Kieselerde und etwas Eisen ge-funden. Obgleich Vauquelin eine flüchtige Materie fürdas wirksame Princip des Tabaks hielt, so gelang es ihmdoch nicht deren Natur und Eigenschaften näher zu bezeichnen.

Hermbstädt *), der im Wasser digerirte, zerschnittene,frische und getrocknete Tabakblätter der Destillation, aussetzte,erhielt eine trübe milchige Flüßigkeit, die im Geruch und Ge-schmack dem Tabak glich. Ließ er sie langsam verdunsten,so verbreitete sich Tabaks-Duft, und auf der Oberfläche derFlüßigkeit zeigten sich weiße blätterige Crystalle, welche bren-nend scharf schmeckten, wie Tabakrauch rochen, und Ekel undSchwindel verursachten. Der Wärme ausgesetzt schmolzensie, und wurden während des Erkaltens wieder fest. Zn derLust verflüchtigten sie sich schnell. Im Waßer und Alkoholwaren sie löslich. Dieser Materie legte Hermbstädt denNamen Nicotianin bei. Er hielt sie für das eigenthümlichewirksame Princip des Tabaks.

Trommsdorff^) stellte jene weiße krystallinische Materieauf dieselbe Weise dar, sah sie jedoch nicht als denjenigenBestandtheil des Tabaks an, von dem seine narkotischen Eigen-schaften abhängen. Er hielt sie vielmehr für eine campher-

') Bemerkungen über das Nicotianin und seine Eigenschaften; inSchweigger und Meinicke Neuem Journal für Chemie und Physik.1821. B. 1. S. 442.

?) Neues Journal der Pharmacie. Leipzig >829. B. 19. S. 129. Bei-träge zur chemischen Kenntniß des Tabaks.