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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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329
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Organen, mit denen es in Berührung kam. Wurde dasNicotin in eine Hals-Vene eingesprützt, so starben die Thieredurchschnittlich nach 1 Minute und 20 Sekunden. Bei Ein-bringung in die Luftröhre nach 1 Minute und 50 Secunden;bei Einführung in die Mundhöhle nach 2 Minuten; bei Ein-sprützung in den Mastdarm nach 3 Minuten 40 Sekunden,in die Harnröhre nach 3 Minuten 55 Sekunden. Brachteman das Gift in den inneren Augenwinkel, so wurden dieThiere nach 5 Minuten getödtet. Am spätesten erfolgte derTod, wenn das Nicotin in das Zellgewebe unter der Hauteingeführt wurde, dann trat er durchschnittlich erst in 11 Mi-nuten ein.

Bei der Oeffnung der durch Nicotin getödteten Thierenahm man den Duft von Tabak wahr. Der rechte Borhofwar stets durch geronnenes schwarzes Blut ausgedehnt undBlutgerinnsel erstreckten sich bis in die Hohlvenen. Die rechteHerzkammer enthielt gleichfalls solches Blut, doch in geringerMenge. Die linke Herzhälfte war blutleer. Die Gefäßeder Hirnhäute, der Rinden- und Mark-Substanz des Ge-hirns, die gestreiften Körper und die Warolsbrücke waren mitBlut gefüllt. Auf der Basis der Schädelhöhle und in demoberen Theil des Kanals der Wirbelsäule fand man öftersergoßenes geronnenes Blut.

Obige an verschiedenen Thierarten angestellte Versuchebeweisen allerdings, daß das Nicotin eins der stärksten Gifteist, welches in der Schnelligkeit seiner Wirkungen mit derBlausäure übereinkommt und diese selbst oft übertrifft. Siegeben aber keineswegs einen genügenden Ausschluß über dieVeränderungen und Störungen, welche es in den Organenund Funktionen des lebenden Thier-Körpers hervorbringt,und wodurch es eigentlich die tödtlichcn Wirkungen verursacht.