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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
Entstehung
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363
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XV.

Ist das Tabakrauchcn der Gesundheitnachtheilig?

Die Meinungen der Aerzte über den Einfluß des Tabak-rauchens auf die Gesundheit weichen gar sehr von einanderab. Wahrend es viele mit Lob überhäuften, ihm die wohl-thätigsten Wirkungen zuschrieben, und als ein Mittel zurErhaltung der Gesundheit, ja zur Erreichung eines hohenAlters anpriesen; wurde es von anderen auf das lebhaftestegetadelt, als ein die Gesundheit untergrabendes Laster ge-schildert, und selbst als ein das Leben verkürzendes Gift ver-dammt. Obgleich wir gern einräumen, daß das Tabakrauchenein ganz entbehrlicher, eingebildeter Genuß ist, so ist es fürMillionen doch so sehr zur Gewohnheit geworden, als daßsich nur entfernt hoffen ließe, es durch den gegründetsten Tadelzu unterdrücken. Wir enthalten uns daher des Tadels, undbeschränken uns darauf, nur zu untersuchen, unter welchenVerhältnissen und Bedingungen sein mäßiger Genuß für dieGesundheit unschädlich ist, sein Mißbrauch aber nachtheilig wirdund Krankheiten verursacht.

Der Tabak enthält unläugbar, wenn auch nur in sehr ge-ringer Menge, ein narkotisches Gift, das Nicotin. Um dessenWirkungen leichter ertragen zu können, sollte daher Niemand