371
nischer Heiserkeit befallen. Da er demohngeachtet das Rau-chen fortsetzte, stellten sich Athembeschwerden ein, er warfEiter aus, und bekam hektisches Fieber, woran er starb. Beider Leichenöffnung zeigte sich die Schleimhaut des Kehlkopfsund der Luftröhre lebhaft geröthet, sehr verdickt, und zumTheil vereitert, und die Stimmritze war in hohem Gradeverengt. Dieß wohl in Folge der durch das häufige Eigarren-Rauchen verursachten chronischen Entzündung. Es sind mirendlich zwei Fälle bekannt, in denen leidenschaftliche Rauchervon Zungenkrebs befallen wurden, der ihrem Leben ein Endemachte.
Das unmäßige Rauchen starker Eigarren wirkt besondersdadurch nachthcilig, daß es die Nerventhätigkeit sehr herab-stimmt, und eine Anlage zu mancherlei Nervenleidenund zu Störungen der Geistesverrichtungen erzeugt. Nachden Erfahrungen Guislain's sollen Eigarren - Raucheröfters an Jrrsein mit allgemeiner Lähmung leiden. Auch eindeutscher Irrenarzt, Hagen , behauptet, daß das unmäßigeTabakrauchen oft eine Mitschuld an geistiger Erkrankung trage.Da das Nicotin vorzüglich auf das Rückenmark und Gehirnwirkt, so hat das Rauchen vielleicht auch einigen Einfluß aufdie jetzt so häufig vorkommende Erweichung des Hirns undRückenmarks.
Es ist endlich noch die Bemerkung beizufügen, daß dasplötzliche Abgewöhnen des Tabakrauchens für Menschen, diedemselben seit langer Zeit ergeben waren, nicht ohne Gefahr ist.Es sind Beobachtungen vorhanden, in denen dadurch Krank-heiten verursacht wurden. Mir ist ein Fall von einem vier-zigjährigen Mann bekannt, der sehr stark geraucht hatte, undes plötzlich aufgab, einige Wochen darauf, ohne bekannteVeranlassung, von einem nervösen Fieber befallen wurde.
- 24 *