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Längere Zeit scheinen auch die Portugiesen Opium von Macao nach Kanton gebracht zu haben. Des Opiums bediente mansich in China jedoch in früherer Zeit nur als Heilmittel. Indem chinesischen Werke, welches ums Jahr 1600 unter demTitel Penczao erschien und eine allgemeine Naturgeschichteenthält, wird der Mohnsaft unter dem Namen L-fu-jung oderO-pien nur als ein wirksames Mittel gegen die Ruhr und dieMelancholie aufgeführt.
Der Verbrauch des Opiums, welches jetzt Ja-pien oderRauschtrank genannt wird, scheint in der letzten Hälfte desvorigen Jarhunderts noch sehr gering gewesen zu sein. Dieenglisch -ostindische Compagnie, welche seit dem Jahre 1773im Besitze des Monopols des indischen Opium-Handels ist,sendete im Jahr 1794 nur gegen 200 Kisten Opium ausindischen Hafen nach Kanton *). Seit dieser Zeit aber hatsich das Opium-Rauchen, welches Anfangs nur im Geheimgeschah, ungemein verbreitet. Die chinesische Regierung er-kannte sehr bald die schädlichen Wirkungen dieses Gebrauchs.Der Kaiser Kien Long erließ daher im Jahr 1796 einVerbot gegen die Einfuhr des Opiums. Da dieses dasOpium-Rauchen nicht unterdrückte, so wurde es unter An-drohung von Stockschlägen und der öffentlichen Ausstellungmit dem hölzernen Halskragen verboten. Auch diese Strafenblieben ohne Wirkung und die Zahl der Lpiumraucher nahmimmer mehr zu, ja das Rauchen wurde bald so allgemeinwie in Europa das Tabakrauchen. Im Jahr 1801 wurdedaher die Einfuhr, der Verkauf und das Rauchen des Opiumsbei Strafe der Einkerkerung, der Verbannung, ja selbst beiTodesstrafe untersagt. Die Regierung hat ferner nicht unter-lassen, in ihren Verfügungen den nachtheiligen Einfluß des
>) Oxinm t'raa«; im äsistiyue 4ouroal 1826. Vol. 20. x. 30.