Buch 
Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
Entstehung
Seite
409
JPEG-Download
 

409

Einige hundert stets in der koecs, I'iSris kreuzende Chi-nesische Kriegs-Schiffe, und die schweren über die Opium-Händler verhängten Strafen vermochten bisher den Schleich-handel nicht zu verhindern. Die dem Opiumrauchen meistleidenschaftlich ergebenen Beamten, sowohl die niederen alshöheren Mandarinen, sind im Dienste nachlässig oder bestech-lich. Ihre Nachsicht wird durch ansehnliche Geschenke oderdurch gewisse Procente von der Summe des verkauften Opiumserkauft, und so lassen sie den Handel ungestört. Uebrigenswissen sie, daß die wohl bewaffneten Schmuggler-Schiffenöthigenfalls den Behörden kräftigen Widerstand leisten undsich gegenseitig helfen. Können dieselben den Kriegsschiffennicht entkommen, so knüpfen sie mit den Befehlshabern Unter-handlungen an, oder sie reichen große Geschenke. Nur inder äußersten Noth, wenn die Forderungen der Mandarinenzu hoch, oder diese unbestechlich sind, was selten der Fall ist,lassen sich die Schleichhändler in ein Gefecht ein, das stetssehr hitzig ist. Unterliegen sie, so suchen sie das Land schwim-mend zu erreichen, Schiff und Ladung den Siegern über-lassend. Die ergriffenen Schmuggler werden mit dem Todebestraft.

Ueber das Rauchen von Opium, dessen Zubereitung,die dabei gebräuchlichen Geräthschaften und seine Wirkungenauf die Raucher haben mehrere Englische Aerzte, die China besuchten, ausführliche Nachrichten gegeben. Zu diesen ge-hören Sigmondi), G. H. Smiths), der sich eine Zeitlang auf Pulo Penang in der Straße Malacca aufhielt,

>) 1°rkmssct1ooü> ok tde meclioo-botanical Society in r-onckon.

2) rke I.soe«t 19. kedr. 1842. Frorieps. Neue Notizen. Juli 1842.Nr. 487. S. 39.