an und athmen den Rauch ein, oder sie reiben sich dasselbein die Augen und Dhren. Beides setzt sie bald in einentrunkenen und ekstatischen Zustand, der mehrere Stunden an-hält und in seinem höchsten Stadio an Verrücktheit grenzt,worauf eine starke Ermattung und Erschlaffung eintritt.
Der Gebrauch, sich durch das Schnupfen gepulverter nar-kotischer Kräuter zu berauschen, herrscht ferner bei vielen amAmazonen - Strom wohnenden Indianern. De la Conda-mine >) hat desselben bei den am oberen Marahnon sichaufhaltenden Lmaguas gedacht. Sie ziehen das Pulvereiner Pflanze, die in ihrer Sprache 6urupa, heißt, durchSchilf-Rohre in die Nase ein. Auch Spir und Martins?)erwähnen eines von den Muras, Maukas, Tecunas und an-deren Indianern benutzten feinen Pulvers, Parica genannt,welches sie aus den gedörrten Samen der karten uva, einerArt Inga, bereiten, und durch Vogel-Knochen in die Naseeinziehen. Seine Wirkung ist Anfangs sehr aufregend unddann narkotisch. Jede Horde gebraucht einmal im Jahr dasParica acht Tage lang bei einem Feste, wobei sie singen,tanzen und berauschende Getränke genießen. Nach Nibeirowird dieses Fest zu Ehren der mannbar gewordenen Jüng-linge gefeiert. Martins?) sah den Gebrauch des Parica-Pulvers gleichfalls bei den am Rio Madeira wohnendenMauhes und Mandrucus. Jeder Indianer hat eine sehr ge-schmackvoll geschnitzte Reibschale von Rothholz zur Bereitungdes Pulvers, und eine von Holz oder gebranntem Thon ge-fertigte Platte, von der es durch Röhrenknochen in die Nasegezogen wird.
Reise auf dem Amazonen-Strom. 1745. S. 242.
-) Reise. B. 3. S. 1074.