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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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420
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ruhiges, von wilden Leidenschaften beherrschtes Volk. Siefröhnen nicht nur dem übermäßigen Genuße gegohrener, ausManiok und Mais bereiteter Getränke, sowie des Palmweins,sondern sie versetzen sich auch durch den Gebrauch des Niopo-Pulvers, in der Maypure Sprache nupu genannt, in eineneigenthümlichen Zustand von Trunkenheit, man könnte sagenvon Wahnsinn. Sie pflücken die langen Hülsen eines Baumsaus der Familie der Mimosen, den wir unter dem Namen^caviu niopo beschrieben haben. Sie zerhacken dieselben undlassen sie angefeuchtet gähren. Wenn die erweichten Hülsenanfangen schwarz zu werden, kneten sie solche zu einem Teig,und nachdem sie diesen mit Maniok-Mehl und dem aus einerAmpullarien-Muschel gezogenen Kalk vermengt haben, setzensie die Masse über ein lebhaftes Feuer auf einen Rost aussehr hartem Holz. Der erhärtete Teig nimmt die Gestaltkleiner Kuchen an. Will man dieselben gebrauchen, so wer-den sie zu sehr feinem Pulver zerrieben und auf einen klei-nen Teller gestreut. Der Otomake hält den mit einer Hand-habe versehenen Teller in der rechten Hand, während er dasNiopo durch in die Nasenlöcher eingeführte Vogel-Knocheneinzieht. Das Pulver ist so stark reizend, daß eS, auch inder kleinsten Portion, Personen, die nicht daran gewohnt sind,sehr heftiges Niesen verursacht.

Nach Schomburgk*) pflegen die Makusi-Jndianer imBritischen Guiana ebenfalls die Samen einer Art Mimose(Mmoss, uouvioiäoskeiM.), Parica oder Paricrama genannt,zu demselben Zweck zu benutzen, wie die Ltomacos undGuajibas am Drenoco die Bohnen der ^caoiu niopo. Siestoßen die Bohnen zu einem feinen Pulver, brennen dieses

') Reise nach dem britischen Guiana. B. 2. S. 103.