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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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pan gedrungen. Selbst die wilden Alfuren sind große Freundedes Betels. Männer und Frauen jedes Alters und Stan-des, ja sogar Kinder, kauen fast beständig Betel, und jeder-mann führt eine Dose, Schachtel oder einen Beutel mit Be-telbißen bei sich. Es ist allgemein Sitte, und eine herrschendeHöflichkeits- Bezeugung, Bekannten, denen man begegnet,oder besuchenden Freunden, nach der Begrüßung auch sogleichBetel zu reichen. Keine Unterhaltung' und kein Geschäftwird ohne Betelkauen geführt. Die Tagalischen Mädchenaus Luzon sehen es ferner als einen Beweis der Aufrichtig-keit der Gesinnungen und der Heftigkeit der Leidenschaftihres Geliebten an, wenn er einen Bugo oder Betelbißenaus ihrem Munde nimmt.

Die Fürsten und Großen in jenen Ländern treiben mitden Betel-Geräthschaften einen großen Luxus. Die Betel-dosen sind aus Silber oder Gold gearbeitet und oft mit sehrwerthvollen Edelsteinen geziert. Sie halten eigene Diener,welche die Dosen tragen, und ihnen von Zeit zu Zeit einenBißen mit einer goldenen Zange reichen. In Java hatjede Vornehme eine goldene Beteldose (Tamparat-Siri) undein Spucknäpfchen. Der Kaiser von China trägt an seinemGürtel einen kleinen Beutel mit Betel, der aus gelberSeide gefertigt ist, worauf ein fünsklauiger Drache und einigetatarische Schriftzeichen gestickt sind.

Das Kauen des Betels verursacht einen aromatischen,bitterlich herben Geschmack, und vermehrt die Absonderungdes Speichels, der eine braunrothe Farbe annimmt. DieLippen und das Zahnfleisch werden dadurch dunkelroth ge-färbt. Der Athem verbreitet einen angenehmen Duft. DieZähne werden geschwärzt. Sein Gebrauch soll erregend aufdie Verdauungs-Werkzeuge wirken, die Eßlust vermehren und