Buch 
Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
Entstehung
Seite
439
JPEG-Download
 

43S

matöse Anschwellungen und Wassersucht, welche den Todnach sich ziehen.

Bei dem unter den Indianern Perus und Bolivias soallgemein und ausschweifend herrschenden Gebrauch der Cocaist eS begreiflich, daß sie der Gegenstand eines sehr lebhaftenund einträglichen Handels geworden ist. Nach der Schrifteines anonymen Verfassers,^) die im Jahr 1832 zu La Paz erschienen ist, werden in Bolivi 'a durchschnittlich im Jahr400,000 Sistos Coca, das Sisto zu 25 spanischen Pfunden,gebaut, davon allein in der Provinz Uungas 300,000. Dermittlere Preis eines Sisto betragt in La Paz , der Haupt-niederlage der Coca, sechs Piaster. Die ganze Summe desErtrags soll sich auf 2,400,000 Piaster belaufen.

Der Coca-Strauch wird auch in Brasilien am oberenAmazonen-Strom, am Rio Negro und Rio Teffe gebaut,wo er aber den Namen Vpadu führt, wie Spsr und Mar-tins berichtet haben. Viele Indianer-Stämme, die Te-cunas, Urinumas, Coretüs, Mirambas, Cauixanas, Juris,Passis, so wie die in den Ortschaften am Solimoes wohnen-den Indianer kauen leidenschaftlich Vpadu. Sie zerstoßen diegetrockneten Blätter in einem hölzernen Mörser, entwederallein oder mit der Asche von den Blättern der Oseropis,palmata, und bewahren sie in einem hohlen Rohrstengel,Taboca genannt. Sie gebrauchen das feine, grünlich-grauePulver ebenso wie die Orientalen das Opium, oder dieTabakkauer den Tabak, als ein Erregungsmittel, vorzüglichum das Bedürfniß der Speise oder des Schlafs für eineZeit lang zu beschwichtigen. Liegt der Indianer in seiner

>) vescripeion >IeII »speelo, oultivo, trskico ^ vertuäe» äe I» 6oo».') a. a. O. B. 3 S. 1169. 1180.