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Der von Ettenhausen kommende Bach trat stellenweise über seine Ufer,überfluthete beim Schloß Wetzikon die Landstraße und floß in Walfers-hausen durch Scheunen und Stalle. Durch seinen Zufluß erreichte dervon Hinweil kommende Unterwetzikerbach eine bedenkliche Höhe, drangin die Keller und überschwemmte die Straßen, Gärten und umliegendenWiesen. Die Gegend im Grundthal wurde in einen großen See ver-wandelt. — Der amtlich ermittelte Schaden der Privaten stieg aus dieSumme von 120,000 Fr. Der Staat leistete an denselben einen Bei-trag von 3475 Fr., wovon 2914 Fr. unter die landbeschädigten Grund-eigenthümer, welche weniger als 15,000 Fr. Steuerkapital besaßen, undder Rest unter die in Folge Reparatur einiger Fabriken arbeitslos ge-wordenen Fabrikarbeiter vertheilt wurden. Mit bedeutenden Kosten bauteHerr Bidermann bei der Schönau einen neuen, massiven und äußerstfesten Damm, der voraussichtlich alle zukünftigen Wasserverheerungenüberdauern wird. Die Brücke über die Aa bei Üntermedikon mußte vomStaate neu erstellt werden, ebenso von der Gemeinde diejenige überden Wildbach in Stegen , welch letztere Baute folgende Ausgaben ver-ursachte:
Steinhauer Dürsteler in Ünterwetzikon. 6800 Fr.
Für die Nothbrücke und Mehrarbeiten. 2500 „
Für den eisernen Oberbau an die Firma Honeqger in
Medikon. 2150 ,,
'summa 11450 Fr.
Die Wasserverheerung vom Juni 1878.
Kaum waren die durch die Wasserverheerung von 1876 entstandenenSchädigungen durch seither angebrachte Wahrungen und Stützmauernwieder theilweise verbessert, so fand Montags den 3. Juni 1878 eineneue, ebenso schreckliche Ueberschwemmung statt, welche vielorts die mitgroßen Kosten erstellten Schutzmaßregeln vernichtete und sowol einzelnenGrundbesitzern als auch der Gemeinde bedeutende Ausgaben verursachte.Nachdem es während der vorhergehenden Nacht und im Lause des Vor-mittages unaufhörlich wolkenbruchartig geregnet hatte, ergoß sich zurMittagszeit von allen Höhen und Abhängen das Wasser stromweise her-nieder. Die Bäche vermochten den Inhalt nicht mehr zu fassen undtraten verheerend über ihre User. Binnen 12 Stunden betrug die Höhedes gefallenen Regens über 120 Millimeter. Der Kemptnerbach schwemmteane Masse von Steinen, Geschiebe und Holz daher, durchbrach in KemptenM mehreren Stellen sein Ufer und setzte das Unterdorf daselbst unterWasser. Die Fluchen wälzten sich durch die Straße dem Dorfe Wetzikon zu, wo sie sich in das Tränkebächlein ergossen. Das Schlimmste war zubefürchten. Um 2 Uhr ertönte die Sturmglocke; der angestrengten Thätig-