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Geschichte der Gemeinde Wetzikon / von Felix Meier ; herausgegeben von der Lesegesellschaft Oberwetzikon
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Bon dieser Abgabe waren befreit diejenigen Geistlichen, deren Einkommenweniger als 6 Mark Silber betrug, sowie diejenigen Pfründen, welchevon Klöstern aus versehen wurden, da für dieselben der betreffende Abtbezahlen mußte. Neben den umliegenden, heutzutage noch bestehendenKirchen Uster, Goßau, Hinweist Baretsweil und Pfäffikon erscheint indiesem Verzeichniß auch die Ratpoldskilch, deren ungenannter Leut-priester ein Einkommen von 20 w beschwor, mithin dem Papste fürden benannten Zweck an jährlichen Zehnten 2 N zu entrichten hatte.

Im Jahre 1320 geschah in Gegenwart des Leutpriesters Berchtoldzu Ratpoldskilch auf dem Kilchhofe daselbst ein Verkauf von Gütern zuRobenhausen an das Kloster Rück , bei welchem Rechtsgeschäfte nebenandern Zeugen zugegen waren: Rudolf Guldinsloo, sein Bruder Leutholdund der Kaplan von Ettenhausen.

Die Ratpoldskilch war nach ihrem vielhundertjährigen Beständeohne Zweifel höchst baufällig geworden; sie würde aber vielleicht nocheine Reihe von Jahren gestanden haben, wenn nicht ein Ereignis; ein-getreten wäre, das einen Neubau unbedingt veranlaßte. Es läßt sichnämlich nicht ganz ohne Grund vermuthen, daß sie bald nach dem Jahre1320, sei es durch Blitzschlag oder sonst einen Unglucksfall, ein Raubder Flammen geworden sei. Dafür scheint namentlich auch folgendeThatsache zu sprechen: Beim Graben des Fundamentes der jetzigenKirche im Jahre 1713 entdeckte man gegen 200 sehr dünne, mit Ankerund Gebäuden verzierte silberne Blechpfenninge, die wahrscheinlich imKirchenschatze der Ratpoldskilch lagen und beim Brande derselben so sehrunter Schutt und Trümmern begraben wurden, daß man sie nicht mehrauffand.

Die uralte, ehrwürdige Ratpoldskilch war somit spurlos verschwun-den. An ihre Stelle trat ein neues Gotteshaus, welches den 'Namendes in der 'Nähe stehenden Schlosses und der im Laufe der Jahrhundertebei demselben entstandenen Ortschaft erhielt, also fortan Kirche Wetzi-kon genannt wurde. In einem spätern Verzeichnisse der Gotteshäuserdes Bisthums Konstanz vom Jahre 1370 ist daher von der Ratpvlds-kilch keine Rede mehr, sondern es erscheint in demselben zum ersten Maldie Kirche zu Wetzikon , deren Gründung man schon damals ins graueAlterthum zurück verlegte.

4. Die alte Kirche Wetzikon .

Bald nach dem Jahre 1300 starb der Mannesstamm des hoch-angesehenen freiherrlichen Geschlechtes von Wetzikon aus. Das Schloßund die dem Besitzer desselben als hiesigem Kirchherrn zustehenden Rechteund Pflichten gingen als alleiniges Erbe an die Freiinn Jda, dieemzige Tochter des letzten Freiherrn über, welche sich mit einem Edeln