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Vorrede.
Dass nun dergleichen nützliche Tafeln, ausser denwenigen, die etwa in gnomonischen Schriften vorkom-men, oder für ein einzelnes Observatorium bestimmtwaren, bisher noch nicht berechnet und herausgege-ben worden lind, ohncrachtet sie in eben dem Maasse,in welchem sich der Gebrauch der Räderuhren heut-zutage vermehrt, und der Geschmack an Sonnenuh-ren vermindert, unentbehrlicher werden, hatte seinegute Gründe.
Denn erstlich ist die Berechnung solcher Tafelnäusserst mühsam. Das sphärilche Dreieck, welchesaus dem Abstand der Sonne vorn Scheitel die Zeitgiebt, ist unter allen am schwersten aufzulösen, undmuss doch, wenn die Tafeln bequem und vollständiggenug ausfallen sollen, einige Tausend mahl aufgelö-set werden.
Zweitens wird zum Gebrauche derselben einWerkzeug erfordert, Sonnenhöhen zu messen. SolcheWerkzeuge aber, wenn es auch nur Alfrolabia vonder alten und gemeinen Art wären, welche Kästne-rhierzu vorschlägt, sind theuer, und ihr Gebrauch istauch im gemeinen Leben viel zu umständlich. DieHerausgabe blosser Tafeln, ohne Werkzeuge, konntealso nicht viel helfen. Werkzeuge sind aber so leichtund wohlfeil nicht heraus zu geben als Bücher. Undfür die Verweisung an einen Mechanicus hat maneben keinen Dank.
Drittens war es die Frage, ob sich das unma-thematische Publikum dazu bequemen würde, so vielastronomische Terminologie, und so viel Geschicklich-keit im Messen der Sonnenhöhen zu lernen, als zumGebrauche solcher Tafeln erforderlich ist? — Undhieran war mit Recht sehr zu zweifeln.