Vorrede.
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det, und dass es sich damit, wie der Augenschein derTafeln lehret, vollkommen eben so verhalte, wie mitden Fehlern, welche aus dem Unterschiede in der Pol-höhe entspringen. Weder diese noch jene sind für dasgemeine Leben von Belang.
Ich habe übrigens blos die mittägigen Abweichun-gen zum Grunde gelegt, und auf ihre Veränderungvorn Vormittage zum Nachmittage keine Rücksicht ge-nommen, weil de la Caille in seinen astronomi-schen Vorlesungen (§. 326.) versichert, dass deraus diesem Umstand, in der Bestimmung derZeit ausgleichen Sonnenhöhen, entstehende Fehler aufs höch-ste nur etwa 30 Secunden betragen könne.
Auch gewährte diese Einrichtung den wichtigenNutzen, dass sich eine am Vormittage aus Sonnenhö-hen gefundene Zeit, am Nachmittage leicht prüfenund erforderlichen Falls verbessern lässt, weil sich als-dann der Fehler, der etwan aus den eben beschriebe-nen oder andern Umständen entstanden seyn möchte,nothwendig in der genauen doppelten Grösse zeigenmuss, indem die, gleichen Flöhen zugehörige Zeiten,unter einander Complemente zu 12 Stunden sind.
Die Verschiedenheit der Meridiane hat auf dieBestimmung der Zeit aus Sonnenhöhen so wenig Ein-fluss, dass man diesen Umstand völlig aus der Acht las-sen kann. Jeder Ort zählt seine Stunden von dem Zeit-punkt der Culmination der Sonne, und bekümmertsich nicht darum , wie viel früher oder später sich die-ses Ereigniss an andern Orten zuträgt. Die Sonne ge-braucht keine völlige Stunde, um durch alle MeridianeDeutschlandes zu gehen, und verändert also ihre Ab-weichung unterdessen sowenig, dass man sie an allen
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