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Friedrich Christoph Müllers ... Tafeln der Sonnenhöhen für ganz Deutschland und dessen westlich und östlich benachbarte Länder : nebst einem in Kupfer gestochenen Sextanten
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Vorrede.

Sogar, wenn die Tafeln die Zeit wirklich so feinangäben, als sie die Astronomen bei ihren Beobachtun-gen gebrauchen, würden sie nicht vollkommener seyn,weil die vielen Anomalien die Angabe doch ungewiss,und die Correctionen so umständlich machen, dass manes in vorkommenden Fällen immer sicherer und be-quemer finden würde, eine frische Berechnung anzu-stellen. Ueberdies bedienen sich die heutigen Astrono-men, zur scharfen Bestimmung der Zeit, einzelnerSonnenhöhen selten mehr, sondern gebrauchen zu die-sem Endzweck correspondirende. Unterdessen möchteihnen mein Werk, die lezteren auszuwählen, und dieZeit vorläufig, grosso modo zu bestimmen, dochnoch wohl einige nützliche Dienste leisten. Auf alleWeise aber wäre es eine unnütze und vergebliche Ar-beit gewesen, wenn ich die Zeit aus Sonnenhöhen bisauf Secunden hätte berechnen und angeben wollen.

Uebrigens sollen Tafeln und Sextant keineswegesdie Stelle einer Sonnenuhr vertreten, denn dazuwäre ihr Gebrauch, so einfach und bequem man ihnauch finden wird, doch etwas zu umständlich, und zu-gleich mangelhaft, weil die Mittagsstunden ausfallen.Ihr Zweck ist blos, ein leichtes und sicheres astrono-misches Mittel darzubieten, wodurch der Gang derThurm- Haus- und Taschen-Uhren, an allen Ortengeprüft und berichtiget werden kann. Denn diese nütz-liche Maschinen, wodurch so viel Ordnung und Gleich-förmigkeit! in den Geschäften des gemeinen Lebens be-wirkt wird, sind nur unter der Voraussetzung wirk-liche Zeitweiser, wenn sie, wo nicht täglich, dochwenigstens wöchentlich mit der Sonne übereinge-stellt werden.

Denn wenn auch eine Uhr so vollkommen wäre,dass sie, wenn man sie heute mit der Sonne bis auf Se-