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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
Seite
24
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Von den Erden überhaupt.

Er theilet nämlich dieselbe in Thonerden, Kalkerden, gip-sichte und kieselichte Erden ein. Diese Abtheilung hat ih-ren völligen Grund, und schafft, in Ansehung der innernErkenntniß, und des darauf zu bauenden öconomischen Ge-brauche, ungemeine Vortheile. Mir beucht aber, man kön-ne die Classen der Erden noch weiter ausdehnen. Wennman annimmt, daß eine Erde ein zerreiblicher minerali-scher Körper sey (§. 2.); so wird man alle dergleichen Din-ge unter das Geschlecht der Erden bringen müssen. Nachdiesem Begriff aber ist man genöthiget, mehrere Classenvon Erden zu machen, als der Herr Professor pocc ge-macht hat *). Eine jede Classe aber muß ihr eigenes Merk-maal oder eine besondere Eigenschaft haben, nach welcherman dieselbe finden kann; und diese Eigenschaft muß sichuns leicht, entweder durch das Ansehen, oder durch dasGewicht, oder Gefühl, oder durch den Geschmack entde-cken. Und auf diese Weise leite ich den Unterschied der Er-den, wornach ich sie in gewisse Classen bringe, bald ausihrer Mischung, bald aus einem empyrischen Zeichen her.

§. 4 -

Classen der Erden.

Aus diesen Gründen mache ich folgende Classen vonErden: Thonerden, Kalkerden, kieselichte Erden, Mer-gelerden, selenitische Erden, Talkerden, Glimmererden, brenn-liche, salzichte und metallische Erden, worunter ich die halb-merallischen mit begreife; und zuletzt noch die Dammerden.Indem ich aber in Errichtung der Classen der Erden so frey-gebig bin; dazu ich aber nichts kann, weil es die Naturso haben will: so werde ich desto sparsamer in Errichtungder Gattungen, ja auch der Geschlechter seyn, welche mirohne Noth bisweilen vermehret zu seyn scheinen, wie ich anseinem Orte erweisen werde.

§. 5 »

*) In der Lithogeognosie.