28 Thonerden.
§. 5.
Gemeiner Thon. Lr^ills vulßrri«. ^rxills ru>Il,,izne inciurescenr.
Unter dem gemeinen Thon verstehe ich denjenigen, wel.cher sich im Feuer roth brennt. Er ist immer mit etwasSand, zuweilen auch mit einer Kalkart vermischt; undman findet sowohl grobe, als feine Arten. Die Farbedesselben ist unterschieden, weißlicht, grau, blaulicht, röth-licht, gelblicht, braunlicht, grünlicht. Der graue undblaulichte ist der gemeinste, und bekömmt den Namen desTöpferthons, oder der Töpfererde (ä,rAi»a KZnIina), wenner sich gut auf der Scheibe drehen, und zu Pötten, Schüs.sein, Ofenkacheln u. s. f. verarbeiten laßt. Denn die Ver-suche zeigen, daß sich nicht aller gemeiner Thon gut dazuschicket. Man kann freylich Töpfe daraus machen: abersie halten kaum das Feuer einmal aus, so zerspringen sie,oder die Böden fallen aus. Wir haben hier an unsermOrte einen solchen Thon, daraus wir deswegen keine Pöttemachen können, sondern sie alle von Münden oder Casselmüssen kommen lassen. Die Ursach aber, warum ein sol-cher Thon kein festes irdenes Geschirr giebt, ist keine ande-re, als weil er eine Kalkerde bey sich führet, die bey derHitze sich aufblähet, und sodenn den Zusammenhang derThontheile zertrennet. Ich habe dieses mehr als einmal anDeckeln mit Augen gesehen, die ich mir auf die Schmelz-tiegel aus unserm Thon hatte machen lassen. Wenn siekaum einmal gebrauchet waren, so bemerkte ich schon aufder äußern Fläche einige zarte Blätterchen von Thon, diesich los begeben hatten; und wenn ich dieselbe abstieß, sofand ich einen Klumpen Kalkerde darunter. Ich hatte mirauch aus unserm Thon einen kleinen Capellenosen, den ichforttragen konnte, und eine Haube von ziemlicher Dickeauf einen Reverberierofen, nebst einer Röhre von etli-chen Schuhen, die ich auf die Haube setzen konnte, ver-fertigen lassen: allein die beyden letztem zersprungen eben-
falls