Thonerden. 29
falls bey dem ersten Gebrauch, und der Ofen bekam auchbald Risse.
§. 6 -
Von der Zubereitung des Thons.
Zur Verfertigung der irdenen Geschirre brauchen dieTöpfer selten einerley Thon, sondern mengen insgemein einpaar Arten unter einander, damit eine die andere gut ma-che. Sie treten ihn hernach unter einander, nachdem sieihn mit Wasser angefeuchtet haben; hernach schlagen sie ihnin einen Haufen zusammen, schaben ihn mit einem gekrümm-ten Messer, welches sie eine Schabe nennen, wieder ab,und wiederholen beydes das Treten und Schaben dreymal;worauf der Thon etlichemal auf der Werkstatt mit den Hän-den gewaltet, und sodann ferner zu allerhand Gefäßen ge-formt wird. Zu kleiner Arbeit, z. E. zu kleinen Statuen,wird der Thon gesiebet. Ehe man aber die Sachen inden Ofen bringt, werden sie an der Sonne, oder im Win-ter in der Stube getrocknet, und alsdenn mit der mit Was-ser zugerichteten Glätte entweder nur inwendig, oder auchauswendig überzogen. Den grauen Gefäßen, als Butter-topfen, Milchäschen, Sauerbrunnenflaschen, u. d. m. wo-zu wie bekannt, keine Glasur gebraucht wird, giebt manim Brennen eine besondere Härte, dadurch, daß man nachund nach eine Handvoll Salz in das Feuer wirft, wodurchder Salzgeist in Gestalt eines Dunstes sich in den trocknenThon zieht, und ihn fester machet. Doch hat der Sand,den man unter den Thon nimmt, auch einen Antheil mitan dieser Härte. Aus dem gemeinen Thon, wenn er weiß.licht und etwas fein ist, machet man das gemeine Porcellan,welches die Franzosen ks/ence nennen; wozu er aber vor-^ her geschlemmt werden muß.
§. 7.
Von dem Geburtsort des Thon«, und vom Letten.
Man findet den gemeinen Thon nicht allein auf flachem!ande in horizontalen Lagen, sondern auch bey allen Flöhen,
wo