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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
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239
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aus dem Gewächsreiche.

als in einzelnen Theilen vorkommen. Außerdem aber, daßdie Gewächse auf beyderley Weise die Gestalt der Foßilienangenommen haben; so sind auch einige mit Salzen, Me-tallen und Kies mineralisirt, und in die Elaste der Erzemehr oder weniger übergegangen.

§. Z4«

Von den wahren Versteinerungen der Gewächse.

Ich habe gesaget, daß die Gewächse entweder wahrhas.tig in Stein verwandelt sind; oder sich in Abdrücken aufsteinigten Körpern zeigen ; oder gar mit einigen Dingenvererzet sind. Ein nachdenkendes Gemüth bleibt ben die-sen bloßen Erscheinungen nicht stehen, sondern waget sichin eine Untersuchung, auf waö Art und Weise diese Verän-derungen hervorgebracht werden. Die Entstehung der wah-ren Versteinerungen in den Gewächsen klarer sich durch fol-gende Beobachtungen, welche gleichsam den Schlüssel darzuhergeben, ungemein auf, erstlich, daß in keiner Erde eineVersteinerung vor sich geht, die nicht etwas feuchte ist;zweytens, daß die versteinerten Gewächse dichter und schwe-rer, als die natürlichen, befunden werden; und drittens,daß die äußerliche Gestalt bey selbigen nicht verlohren geht.Bey einer wahren Versteinerung setzen sich demnach fremdewahrhafte steinichte Theilchen an die Stelle anderer, dienach und nach verzehret oder losgerissen werden, dergleichendie wässerichten, schleimichten und harzichten sind; die ve-getabilische Grunderde aber bleibt zurück und erhält die äus-serliche Gestalt des vorigen Körpers; die leeren Stellenaber werden von der Feuchtigkeit der Erde durchdrungen,welche denn eine zarte erdichte, zur Steinwerdung geschickteMaterie in dieselben hineinbringt, wodurch mit der Längeder Zeit die größere Schwere und Verhärtung bey solchenGewächsen, oder ihren Theilen, entsteht. Eine wässericheFeuchtigkeit kann durch ein Stück Holz, welches unter derErde durch eben dieses Wesen und durch den Verlust eini-ger von seinen Theilen lecker gemacht worden, gar leicht

dringen.