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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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Styptische Salze.

nebst andern Bleyerzen verschmelzen. In Goßlar wird die-ser Vitriol nicht alle Jahre, und nur im Sommer gemacht.Er ist vom Herzog Julius 1570. erfunden und Erzalaun ge-nennet worden.

g) Den Gallmcy rechnet Herr Wallerius mit Henkelnauch unter die Vitriolerze; allein er hat wesemlich nichts vi-trislisches in sich, sondern wenn ja etwas darmne ist, so istes zufälliger Weise durch etwas eingesprengtes kiesichtes hin-eingekommen. Ich glaube aber, daß man den Gallmeyrecht gut zur Bereitung des Zinkvitriols anwenden könnte,wenn man ihn mit Schwefel cämenlirte.

§. 8 .

Wie Erze oder KieS auf Vitriol zu probiren.

Ich muß nun auch noch der Vitriolprobe gedenken.Diese kann nicht anders, als nach vorhergängiger Röstung,der Erze, und durch das darauf vorzunehmende Auslaugenderselben geschehen. Man nimmt also zehn, zwanzig undmehr Pfunde solcher Erze, puchet sie klein, ohngefähr wieHaselnüsse, und röstet sie tüchtig, damit der Schwefel fort-gehe. Alsdenn werden solche geröstete Erze in ein hölzernGeschirr gethan, und sechsmal so viel heiß Wasser daraufgegossen, und wenigstens 24. Stunden darauf gelassen,und fleißig umgerühret. Die Lauge wird darauf in einenbleyernen Kessel gegossen, zum Sieden gebracht, und aber-mal auf den gerösteten Kies geschüttet, und öfters umgerüh-ret. Wenn sie nun wieder vier und zwanzig Stunden ge-standen , so wird sie durchgeseihet, und in dem blenez-nenKessel eingesotten, bis sie mit dem Söhlengewichte probirt,ztz bis 6o Loth halt. Hierauf wird die Lauge in ein höl-zern Geschirr gethan, und in die Kälte gesetzet, damit derVitriol darmne anschießen könne: und muß dieses Gefäßwenigstens acht Tage in der Kälte stehen, ehe der Vitriolherausgenommen wird. Weil aber nicht aller Vitriol an-schießt!, so wird die übergebliebene Lauge in dem bleyernen