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Styptische Salze.
Kessel bis zur Trockne eingekocht. Wenn nun solcher tro-cken worden, so zieht man ihn mit dem eingesottenen auf,und rechnet nunmehr aus, wie viel Vitriol aus den Kiesenerfolgen könne.
§» 9 '
Anmerkungen über den Vitriol.
1) Eisenvitriol hat mehr Wasser, als Kupfervitriol,und löset sich daher leichter wie dieser im Wasser auf.
2) Bey gelinden Feuer zerfließt der grüne Vitriol wieWasser, und wird hernach zu einem gelblichken Pulver, undendlich bey stärker,, Feuer zu einem röthlichrcn.
g) Der Eisenvitriol kann durch die Kunst nachgemachtwerden, wenn man einen Theil Eisen, vier Theile, odermehr oder weniger Vicriolöl, mit ,6 bis 24 Wasser ver-dünnt, in der Wärme auflöset, die Auflösung durchseihet,und solche ausdünsten und zu Cristallen anschießen läßt.Und eben auf diese Weise kann auch Kupfervitriol ge-macht werden, wenn nur an statt des Eisens Kupfer genom-men wird.
4) Der kupferichte Eisenvitriol kann durch die Kunstgereinigct werden, wenn man in dessen Auflösung reinesEisen leget, an welches sich das Kupfer präcipitirt. Der-gleichen Kupfer heißt man insgemein Ccmentkupfer.
;) Ich habe oben gesaget, daß der Vitriol in den Kie-*sen durch dos Rösten derselben sich erst erzeuget. Ich thuenoch hinzu, daß es auch Kiesarten giebt, welche ohne Feuerbloß durch die Luft vitriolesciren. Solches thun besondersdiejenigen, welche in der Dammerde, z. E. in Thon undlettichtem Boden, wie auch in Kreide, Sand und Kalk-stein , und Schiefer sich finden, ingleichen auch einige vonKlüften und Gängen, und überhaupt solche, welche kein,oder nur das wenigste Kupfer halten, und auch nicht odersehr wenig arsenicalisch sind. Mir dieser Vikriolescirungaber geht es so zu: da derKies vornehmlich aus Eisen und
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