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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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Styptische Salze.

§. 13.

Wie Alaunerze auf Alaun zu prvbiren.

Das Prvbiren der Alaunminern auf Alaun wird aufeben die Art, wie von dem Kies auf Vitriol zu prvbirengemeldet morden, verrichtet, nämlich durch Auslaugen; nurist das Rösten hier nicht nöthig, sondern die Schiefer undErden werden ungeröstet ausgelauget, und die Lauge in ei.nem bleyernen Kessel versotten, und damit ferner, wie be^der Vikriolprobe, verfahren.

§. 14.

Anmerkungen über den Alaun.

1) Der Alaun erhält seine feste ernstallinische Gestaltdurch einen Zusatz oder Niederschlag, wie man es nennet.Denn für sich selbst will die Alaunlauge sich nicht wohl cri-stallisiren lassen, sondern bleibt ein honigdicker Saft; daherdenn entweder fauler Urin, oder eine Pottaschenlauge, oderSeifensiederlauge darunter gethan wird, wodurch, wie manglaubet, die groberdichten und metallischen Theile präcipitirtwerden: ich halte aber dafür, daß eo vielmehr um des bi-tuminösen eingemischten Wesens willen geschehen muß, wel-ches die Cristallisirung am meisten hindert. Indessen wirdvom Römischen Alaune behauptet, daß er ohne Niederschlaggemacht werde; welches meines Erachtens um deswillen ge-schehen kann, weil in seiner Miner das Bituminöse fehlet.

2) Die Cristallisation selbst geschieht in hölzernen, miteinem doppelten Boden und weiten Hähnen versehenen Fäs-fern, die mit Alaunlauge angefüllt werden. Die in derMitten stehende Lauge wird von den angeschossenen Cristal-len abgegossen, und die Mutterlauge wieder zu dem anderngethan.

z) Die ausgelaugten Erden werden wieder etliche Jah-re an die Luft geleget, da denn von den darinne noch befind-lichen Grundtheilen wieder Alaun erzeuget wird; welchesdrey bis viermal geschehen kann.

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