274 Styptische Salze.
und heißt sodann Federalaun, Blumen plnmolum; zumtheil aber, und vornehmlich in verschiedenen Körpern, wel,che daher Alaunerze genennet werden, und solchen durch dasAuslaugen von sich geben. Den Federalaun findet man inUngarn, auf der Insel Maltha und in Lapmark.
§. t2.
Alaunerze, kllucr-e glumini,.
Die Erze sind a) eine brauite bergharzigte Erde, der-gleichen bey Frauenwalde, Torgau und Düben flötzweise ge-sunden wird; eine weiße Alaunerde findet sich bey Neapo-lis; b) eine gewisse Art von Kalkstein, in Italien bey Ei-vita Vecchia, woraus der Römische röthliche Alaun (AIu-inen lioclue) gemacht wird; c) ein fetter bergharzichterSchiefer, als zu Reichenbach im Voigtlande, zu Schwemsel,zu Pork in England; cl) ein schwärzlicher schieferartigerStein auf kiesigen Erzgängen, von den Bergleuten Kneußgenannt, zu Bräunsdorf, Kühschacht und auf der rothenGrube; e) ein bergharzichtes, steinkohlichtes, theils holzt-ches Wesen, zu Commodau und Altsattel in Böhmen, beyHainfeld in Niedere stei reich, bey Düben i» Sachsen, des-gleichen in England; k) ein braunes unterirdisches Holz,welches in Hessen zu Weißner, und bey Münden in unsermLande zum Alaunmachen genuhet wird; Z) zuweilen sindauch die Eisenkiese, wie auch der Gallmevstein alaunhaltig,dergleichen bey Commodau zu Tzseren befindlich. Man darfdergleichen Erze nur an die Zunge bringen, so offenbaretsich gleich der alaunichte Geschmack, und die mehresten sindauch, wenn sie eine Zeitlang an der Luft gelegen haben, miteinem mehlichtcn Alaunwesen beschlagen. Manche Erzegeben den Alaun gleich durch Auslaugen her. Mancheaber müssen vorher calcinirt werden, wie der ItaliänischeKalkstein; oder geröstet, wie einige Schiefer und die Dü-bensche Alaunerde; oder Luft und Wetter einige Zeit ausge-setzet werden, wie das Alaunholz und die Alaunkohlen.