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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
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281
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Schmelzbare Salze. 28»

§. 20.

Wo Salpeter gemacht und wie er raffn,iret wird.

Heutiges Tages wird Salpeter fast in allen Länderngewonnen und gesotten, nicht nur in Ostindien, von dessenZubereitung aber uns nichts bekannt ist, sondern auch zu-förderst in Moscau, Pohlen, Schweden, England, Frank-reich, Dännemark, Böhmen, Mähren, Deutschland: je-doch wird derselbe an einem Orte immer besser und reiner,als an dem andern gemacht. In der Raffinirung wird ervon allerhand Unreinigkeiten und vom Kochsalze geschieden,als welches immer von Natur drunter gemischt ist, obwohlin verschiedener Menge; daher man auch den Ostindischenund Rußischen für den besten hält, weil sie am wenigstendavon eingemischt haben. Die einfältigste Läuterung, wel-che in einer neuen Auflösung mit heißem Wasser und in ei-ner neuen Cristallisirung des siltrirten Salzes besteht, istdie beste. Andere nehmen bey der Solution von neuemetwas alkalische Lauge oder auch nur Kalk dazu. Noch an-dere werfen etwas Alaun darunter. Die Feuerwerker be-dienen sich des EßigS, als wovon wegen des mehr hinzu-gekommenen Brennbaren der Salpeter munterer und ge-schwinder brennet. Andere nehmen Eßig und Alaun zu-gleich darunter; jenen um der angeführten Ursache willen,diesen wegen größerer Cristallen.

§. 21.

Kennzeichen eines vollkommenen Salpeters.

Ein recht vollkommener Salpeter muß diese Eigen-schaften haben: Er muß reine, weiß, durchsichtig seyn,und lange starke Cristallen haben, im Wasser und Feuerkeicht schmelzen, auf der Zunge empfindlich kühlen, in ei-ner warmen Hand knickern und zerspringen, und auf einerglühenden Kohle munter und rauschend brennen. Wennrr knickert und pri'Helt, so hat er zu viel gemein Salz beysich: wenn er sich nach der Verbrennung aufbläset, so istAlaun dabey.

S 5 §. 22.