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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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286
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Salze, die nicht schmelzen.

derheldcn, Frankenhausen im Thüringischen, in Schwaben,in Salzburg, in Sachsen, in Hessen, im Mannsfeldischen,Eisenachischen, Meinungischen, in Pommern, Oesterreich,Dännemark, und anderer Orten gesotten. Bey den vor-nehmsten Quellen sind ordentliche Brunnen gemacht, dadas Wasser hecausgeschöpfet, oder, wenn es gradirt wer-den muß, durch ein Stangenwerk gehoben und auf dieGradirhäuser geleitet wird. Das Sieden geschieht in ei-fernen Pfannen. Wenn das Salz anfängt sich zu cristal-lisiren, so geschieht solches, wie bey andern Salzen, ober-warts auf der Oberfläche, die Cristallen aber fallen endlichauf den Boden, indem sie immer schwerer werden, undwerden sodenn von den Siedern mit hölzernen Instrumentenherausgenommen, und in Körbe geschlagen und getrocknet.Das in den Quellen enthaltene Salz ist nicht durchgehendseinerley, sondern in einem Lande der Salzkraft nach stär-ker oder schwächer, als in dem andern. Das Lüneburgi-sehe und Salzderheldner Salz ist z. B. weit stärker undbesser, auch größer von Cristallen, als das Hällische. Uebrz-gens aber sind die Solen durchgängig noch mit einer Kalk-erde, die zugleich etwas selenitisch zu seyn scheint, beschwän-gert; und diese pflegt sich theils beym Gradiren um die Dor-nen her um, theils auch an die Salzpfannen anzuhängen, undwird Scherp gcnennct. Durch das Gradiren wird der Gehaltdes Salzes in der Sole von 4 Loth bis zu 24. erhöhet; und folg-lich eine Menge Wassers durch Hülse der durch die Dor-nen, womit die meisten Gradirhäuser aufgebauet sind, strei-chenden Luft ausgedunstet.

§- 29.

Eigenschaften eines guten Küchensalzes.

Ein gut Küchensalz muß hart, weiß, trocken, und et-was durchsichtig seyn, leicht im Wasser zergehen, auf glü-henden Kohlen knickern und springen, und an der Luft nichtsehr zerschmelzen. Ucberhaupt aber ist ein Küchensalz un-ter