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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
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293
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Flüchtige Salze.

hat ferner eine halbmetallische, ebenfalls flüchtige Substanzbey sich, welche Regulus gencnnt wird, und durch ein Phlo-giston abgeschieden werden kann. Der Arsenic ist also einflüchtiges metallisches Salz, welches auf Kohlen geworfenwie Knoblauch stinkt. So gerne ich aber den Arsenic un-ter den Salzen aufstelle; so wenig kann ich mich doch ent-schließen, ihn für ein Mittels«!; auszugeben. Denn,außerdem, daß die gemeine Einthcilung der Salze in saure,alkalische und Mittelarten, meines ErachtenS,gar zu un-zulänglich ist; so möchte ich auch wohl sagen, daß es einFehler ist, ein Salz, wie den Arsenic, darum ein Mittel-salz zu nennen, weil er weder mit einer Säure, noch miteinem Alcali braust. Im eigentlichen und wahren Ver-stände kann kein Salz ein Mittels«!; heißen, als was auseiner Saure und einem Alcali zusammengesetzet ist: undnach diesem Begriffe kann ich den Arsenic für kein Mittel-salz annehmen. Die Cristallen des ArsenicS find baldspießigt, bald pyramidalisch, bald rhomboidalisch.

§. Z8-

Wie der Arsenic gefunden wird.

Man findet den Arsenic unter der Erde sehr häufig;und es ist kein Bergwerk, worinne er nicht zugegen wäre.Er nimmt aber mancherley Gestalten an.

i) Zeigt er sich als ein Salz, cristallinksch und gedie-gen; und hernach als ein Mehl, ebenfalls pur und gedie-gen. Der erste heißt cristallinischcr Arsenic odecGlfr-cristall, ^rlenicum lwtivuin criüsilirmm, ist weißgrau,und besteht aus langen zusammrngehäuften und glänzende»Spießchen, die in der Maße beynahe wie ein faserichterGipSspath aussehen. Ich besitze hiervon ein ziemlich Stü-cke aus Sachsen "). Er zeigt sich auch ferner als einquarziger Klumpen, und als kleine weiße Drußchen aufSchlackenkobolo, Scherbenkobold, und gegrabenen Flie-

T z gcnstein.

8 ) Daß dieser Arsenic sehr terrichte von der Mineralogie,rar sey, bezeigt -Henkel im Un- S. 104.105.