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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
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314
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ZI4 Schwefelichte Körper.

graugelbig aus, und heißt bald Rohschwefel, Lulxkur cru-ctuin, d. >'. der aus der ersten Arbeit kömmt^und noch nichtgeläutert ist, bald auch Roßschwefel, 8ulx»bur cabrllinum,weil man ihn nur für Vieh und Pferde brauchet; wiewohlbey den Materialisten noch eine andere Schwefelwaare un-ter diesem letzteil Namen ausgegeben wird. Wenn derRohschwefel abermals in die Retorte gesehet und noch ein-mal geläutert wird, so wird er schön gelb und klar. Dasfremdartige arscnicalische und eifenhafte in der Retortezurückbehaltene Wesen, wird Schwefelschlacke genennt.Von dieser Zubereitung des Schwefels will ich bald weit-läustiger handeln.

18) In Ungarn benennt man einen gewissen Kies, deretwas weniges Silber und ein Spürgen Gold hält *), mitdem Namen Gelfr. Es ist ein im grauen Hornsteineklar als Streusand an- und eingesprengter Kies. ZumBärensteine im Christian findet sich ein ganz ähnlicher *).

19) Die angeblichen Goldkiese oder Goldmarcasiten ent-halten insgemein nicht eine Spur vom Golde.

20) Der Kies ist ein sehr nützliches Mineral: er wirdzum Schwefel. Vitriol- Arsenic- Kupfermachen, und auchzum Erzschmelzen gebrauchet.

Dom Schwesclmachen.

Nun wird es nicht undienlich seyn, eine kurze, jedochzuverläßige Nachricht von der Ausbringung des Schwefelsaus den Kiesen u> ertheilen. Es geschieht solches entwedervorschlich, oder zufälliger Weise, da man dorten den Schwe-fel aus dem Kiese in Röhren oder Retotten abtreibt, ohneetwas anders damit vorzunehmen, hier aber solchen beymRösten erhält, und sodann läutert und destillirt. Jenes

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4> S- Henkel« Kieshistorlc. 5) Ebendas. S.664.

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