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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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498
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498 Halbmetalle.

z. Der ReguluS ist aus einer metallischen glaSachtigenErde und einem Phlogiston zusammengesetzet: und ob manzwar auch etwas arsenicalisches darinne suchet, so kann mandoch solches durch kein einziges Experiment überzeugend dar-thun. Die Beweise hinken alle, und sind theils mit denHaaren herbepgezoqen ").

4. Der Regulus läßt sich im Salzgeiste und im AquaregiSauflösen. Er macht das Silber flüchtig und brüchig.

5. Das SpjeßglaS raubet und zerstöret im Feuer alleMetalle, nur das Gold nicht; daher man es zu seiner Rei-nigung brauchet. Die Hütrenleute freuen sich daher nicht,wenn sie amimonialische Einmischungen bey Silbererzenfinden, indem sie eines Theils des Silbers hierdurch imSchmelzen beraubet werden.

6. Wenn das Spießglas das Gold reiniget, so thut esdiese Wirkung bloß durch seinen Schwefel, und nicht durchden regulinischen Theil mit. Jener, der Schwefel, verrich-tet solches dadurch, daß er das bey dem Golde vorhandeneSilber, Blen, Kupfer, und was nur dabev fremdes ist, zer-störet, das Gold hingegen unangetastet läßt: wodurch das.selbe allerdings hernach Heller, reiner und schöner erscheinenmuß. Daß aber diese Wirkung allein vom Schwefel her-kömmt, solches kann dadurch überzeugend erwiesen werden,weil man dergleichen eben so gut mit dem gemeinen Schwe-fel verrichten kann, und hingegen der ReguluS allein hierzuganz unfähig ist: ja es bleibt (wenn auch das ganze Spieß-glas in seiner völligen Mischung genommen wird) noch eheretwas vom Regulus am Golde sitzen, und macht dasselbeblaß; so daß nachher diese regulinische Theile wieder müssenvor dem Gebläse davon gejaget, oder, wie es die Goldarbei-ter nennen, Verblasen werden.

7. Das Spießglas wird in der Feuerwerkerei), in vie.len mechanischen Künsten, und in der Arzneykunst für Men-schen und Vieh gebrauchet. Ehedem hielte man es unver-dienter

6r) Man kaun sie in Neumanns kr-el. cbem. x. 1452.. nachlesen-