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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
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503
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Halbirmalle. 50z

biren. Ich finde in den Schriften der Mineralogisten nichtsvon tauben Cobolren; ich zweifele aber nicht, dafi es derenverschiedene Sorten geben kann. Mir find zwey bekanntworden, «) eine lettichte Art, von gelblicher Farbe, welcheaus gröblichen Körnern besteht, und auf Kohlen einen arse-nicalischen Gestank von sich giebt; und /Z) ein schwarzer dru-ftgtcr und schwerer Cobolt, der aus kleinen glänzenden Za-cken oder Cristallen besteht, und ebenfalls auf Kohlen wieArsenic stinkt. Beyde aber haben mir das Glas im gering,sten nicht gefärbt.

Von Farbencobolten mache ich mit dem Herrn Leh-man» zwey Hauptabtheilungen, in derbe und gemischte:

1 . Derbe und reine Farbencobolte sind erstlich die-jenigcn, welche gar keinen Arsenic führen, im Schmelzenkeine Speise, auch keine oder kaum merkliche Spur einesandern darinne befindlichen Metalls geben, mit Alcali aberund Sande ein schönes blaues Glas machen; zweitenssind es diejenigen, welche in derben reinen Stufen vorfallen,Arsenic und Speise (kvAulus Loballi) und ein schönes blauesGlas geben; außer diesen drey Producten aber nichts vonandern Mineralien aus sich bringen lasten.

Zu der ersten Art gehören folgende Geschlechter:

«) Schwarzer mulmichrer Cobolt. Ist locker undleicht, und laßt sich großcentheils mit bloßen Fingern zerrei.den. Seine Theile sind unförmlich, doch dann und mann inseiner derben und reinen Gestalt etwas drusigt. Er lösetsich in verschiedenen Sauren vollkommen auf; und brichtbald Nester, bald Flötzweise. Man hat ihn bisher meistensim Saalfeldischen, bald mehr, bald weniger rein, öfters mitgelben Cobolt, Eisenocker, selenitischen Spath, auch wohlSanrgcdirge vermischt gefunden. Ich habe dessen schonoben S. 8Z- gedacht.

/Z) weißer Cobolt, ist wie eine weiße inS Grünlichefallende Erde anzusehen. Man hat ihn bisher nur imWür-kembergischen bey Algiersbach gefunden, und Herr HofrathGefner hat ihn zuerst beschrieben. Er ist ungemein rar.

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