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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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508
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508 Halbmetalle.

nur selbiges hinein; welches aus der Absicht geschieht, da-mit die blaue Farbe dadurch noch um etwas erhöhet werdenmöchte. Der Tiegel wird, nachdem er erkaltet, zerschlagen,und aus der Beschaffenheit der blauen Farbe der Schlacke,welche bald dunkler, bald blasser ausfällt, erkennet man, obman ben Bereitung derselben im Großen viel oder wenigGlasmasse zusetzen müsse.

H. 89.

Von Bereitung der blauen Smalte.

Die blaue Farbe scheint den Alten nicht unbekannt gewesenzu seyn, wie aus des klinius biiü. uat. U. zz. c. iz. zu schlics-sen ist. Die Kunst aber, solche aus Cobolt zu bereiten, istin Europa, und zwar in Teutschland, in dem letztverwiche.nen Jahrhunderte erst ausfindig gemacht, und um das 1617Jahr bekanntgeworden; und Sachsen ist ohnfircitig daserste gewesen, welches sich dessen dazu bedienet hat, da manvorher nur den Wismuth daraus geschmolzen hatte. Die-scs Beyspiel hat hernach in Böhmen, Hessen und andernteutschen Landern Nachfolger erwecket, und auf diese Art sindan verschiedenen Orten TeukschlandS Blaufarbenwerke ent-standen.

Um aber blaue Farbe aus den Cobolten zu machen,werden dieselben zuerst geschieden, und sodann untereinan-der gemengt. Das Scheiden besteht darinne, daß alles,was nicht Cobolc ist, so rein als möglich davon geschlagenwird, und hernach auch diejenigen Cobolte, welche viel Wis-muth enthalten, von den andern abgesondert werden. Letz-tere, welche wenig oder gar keinen Wismuth halten, wer-den , wenn sie derb und rein sind, in mäßigen Stücken, wieWallnüffe, zerstufet; das übrige unreine aber wird in ei.nem trocknen Pochwerke gepocht und über das Sieb gesehet;welches sodann, wenn es dadurch vom Berg gereiniget wor-den, Codolrklcines genannt wird. Aus dem wismuchi-schen Cobolte wird der Wismuth auf einem freyen Holzher.de ausgesaygert. Wenn dieses geschehen, so werden die aus.

gesoge-