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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
Entstehung
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510
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Halbmetalle.

endlich den Grad der Glut erreichet, der zum Glasschmel.zcn nöthig ist. In denselben werden nun die heißen Hasenauf eisernen Stangen hineingebracht und in Ordnung ge.stellet, und wenn sie in voller Glut sind, das erste Gemen-ge eingeleget. Man pflegt bey verschiedener Gelegenheitauch noch andere Sachen unter das Gemenge zu nehmen,als die obengemeldeten WiSmuthgraupen, Coboltfpeise, alswelche, nachdem sie von reichen Cobolten gefallen, bisweileneinigemal sich wieder mit zusetzen läßt, nachdem sie jedes,mal vorher gepocht und calcinirt worden; ferner Herdglas,das ist solches, welches übersteigt, und an den Häfen herab-lauft, wenn sie zu voll geleget werden; und Sumpfeschel,die ich weiter unten beschreiben will. Ein geschickter Farbe.Meister muß wissen, wie viel er von jedem zum Gemengenehmen müsse, um eine gute Farbe daraus zu machen. Ermuß manchmal von Cobolt, Sand und Pottasche gleicheTheile nehmen; manchmal aber, wenn der Cobolt gut ist,kann er drey Theile Sand darunter mengen. Die Zeit,wie lange das Gemenge im Feuer stehen müsse, läßt sichnicht bestimmen, indem solches von der Leichrflüßigkeit undStrenge der Cobolte und Sande abhängt. Wenn mansieht, daß das Glas schmelzet, so wird solches in den Hafenmit starken Rühreisen, welche vorher warm gemacht, um.gerühret, und damit alle halbe Stunden fortgefahren, bisman aus dem an dem Rührhaken hangen bleibenden Glasegewahr wird, daß es gut geflossen; welches man daran er«kennet, wenn das Glas durch und durch gleich tingirt ist,und keine weiße Körnchen mehr darinne zu sehen sind. Hier.auf wird das Glas mit eisernen Löffeln ausgeschöpfet, undin ein ganz nahe dabey gestelltes, mit kaltem Wasser ange.fülltes Faß, gestürzet. Weil aber bey speisigten Coboltenim Glasschmelzen viel Speise entsteht, nicht weniger auchöfters sich Glasgalle findet, die beyderseicö, wenn sie in kaltWasser kommen, mit großer Gefahr der Arbeiter um sichschlagen, so läßt man die Speise und Glaögalle, ehe mandas Glas in das Wasser wirft, aus dem Löffel in eine eiserne

Pfanne