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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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515
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Halbmetalle. 5'5

innern Mischung wissen wir noch nichts, und was davongesaget wird, ist auf keine Weise gründlich darzuchun.

6. Aus dem Zinnober wird das Quecksilber durch bey.gemischtes Eisen in einer Destillation abgesondert. In Spa.nien aber hat man diesen Zusatz nicht nöthig, weil die erdig,te Materie in dem Erze im Feuer kalkicht wird, und denSchwefel in sich schlucket ^).

7. Das Quecksilber kann durch Bley, das vermittelstdes Wismukhs darunter gebracht wird, verfälschet werden.Eine Auflösung desselben in Scheidewasser aber entdecket die.sen Zusatz, welcher gleich weiß niederfällt.

8. Ein reines Quecksilber muß flüßig genug, helle undmit keiner Haut überzogen seyn, auch beym Laufen nichtsunreines hinterlassen. Ein unverfälschtes wird am bestengereiniget, wenn man es durch ein Leder drücket. Das ver.fälschte aber kann nicht anders als durch eine Destillationgereiniget werden: denn durch ein Leder geht das Bley mitdurch.

9. Man brauchet das Quecksilber zum Amalgamsren,zum Spiegelmachen, zu Barometern, in der Chymie, Me.dicin und Chirurgie, da man verschiedene sowohl innerlicheals äußerliche Arzeneyen daraus bereitet.

§ 9Z-

Erze auf Quecksilber zu probiren.

Ich habe nun noch zu melden, wie die Proben aufQueck.silber anzustellen sind. Man nimmt von dem Erze 25 ge.meine Loth (welche zusammen einen Centner ausmachen kön.neu), thut sie, wenn sie nicht geschwefelt sind, ohne allen Zu.sah, wenn sie aber geschwefelt sind (z. E. Zinnobcrerz), miteben so viel Eisenfeile in eine gläserne Retorte, welche sogroß seyn muß, daß ein Drittheil davon leer bleibt, legt scl.bige in eine Sandcapelle, bedecket sie ganz mit Sande, undbringt sie, nachdem man eine Vorlage mir etwas Wasser

Kk 2 vorge.

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