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der Wissenschaft kennt, deren Gebiet er erweitern will,wenn Ideen, daS heißt Einsicht in den Geist der Naturdas Beobachten und Sammeln vernunftmäßig leiten.
Durch diese Richtung des Nalurstudiums, durch diesenglücklichen, aber oft auch allzu leicht befriedigten Hang nachallgemeinen Resultaten kann ein beträchtlicher Theil desNaturwissens das Gemeingut der gebildeten Menschheit wer-den, ein gründliches Wissen erzeugen, nach Inhalt undForm, nach Ernst und Würde des Vertrags, ganz von demverschieden, das man bis zum Ende des letzten Jahrhundertsdem p o p u l ä r e n W i ssc n genügsam zu bestimmen pflegte.Wem daher seine Lage es erlaubt, sich bisweilen auö denengen Schranken deö bürgerlichen Lebenö heraus zu retten,crröthend, „daß er lange fremd geblieben der Natur undstumpf über sie hingehe", der wird in der Abspiegelung deögroßen und freien Naturlcbenö einen der edelstcit Genüssefinden, welche erhöhte Vcrnunstthätigkcit dem Menschengewähren kann. Das Studium der allgemeinen Naturkundeweckt gleichsam Organe in uns, die lange geschlummerthaben. Wir treten in einen innigeren Verkehr mit derAußenwelt, bleiben nicht untheilnehmend an dem, waögleichzeitig das industrielle Fortschreiten und die intellectuelleVeredlung der Menschheit bezeichnet.
Je klarer die Einsicht ist, welche wir in den Zusam-menhang der Phänomene erlangen, desto leichter machenwir unö auch von dem Irrthume frei, als wären für dieCultur und den Wohlstand der Völker nicht alle Zweige desNaturwisscns gleich wichtig; sei eö der messende und beschrei-bende Theil, oder die Untersuchung chemischer Bestandtheile,oder die Ergründung allgemein verbreiteter physischer Kräfte