65
Physische Geographie und Geschichte erscheinen lange anmu-thig gemischt, biS daö wachsende politische Interesse unvein vielbewegtes Staatsleben daö erste Element verdräng-ten, das nun in eine abgesonderte Disciplin überging.
Die Vielheit der Erscheinungen des KoSmoS in derEinheit des Gedankens, in der Form eines rein rationalenZusammenhanges zu umfassen, kann, meiner Einsicht nach,bei dem jetzigen Zustande unseres empirischen Wissens nichterlangt werden. Erfahrungswissenschaften sind nie vollendet,die Fülle sinnlicher Wahrnehmungen ist nicht zu erschöpfen ;keine Generation wird je sich rühmen können, die Tota-lität der Erscheinungen zu übersehen. Nur da, wo mandie Erscheinungen gruppenweise sondert, erkennt manin einzelnen gleichartigen Gruppen das Walten großerund einfacher Naturgesetze. Je mehr die physikalischenWissenschaften sich ausbilden, desto mehr erweitern sichauch die Kreise dieses Waltens. Glänzende Beweise davongeben die neuerlangten Ansichten der Processe, welche sowohlim festen Erdkörper als in der Atmosphäre von elcctromagne-tischen Kräften, von der strahlenden Wärme oder der Fort-pflanzung der Lichlwellen abhängen; glänzende Beweise dieEvolutions-Bildungcn des Organismus, in denen alles Ent-stehende vorher angedeutet ist, wo gleichsam auS einerleiHergang in der Vermehrung und Umwandlung vonZellen dasGewebe der Thier- und Pflanzenwelt entsteht. In der Ver-allgemeinerung der Gesetze, die anfangs nur engere Kreise,isolirtere Gruppen von Phänomenen zu beherrschen scheinen,giebt cS mannigfaltige Abstufungen. Die Herrschaft dererkannten Gesetze gewinnt an Umfang, der ideelle Zusam-menhang an Klarheit, so lange die Forschungen auf
9t. i'. •f’iimt'cltt. KoSmoS. ä