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g (S. 62.) Kiofiot war in der ältesten und eigentlichen Be-deutung wohl nur Schmuck (Männer-, Frauen- oder Pferde-schmuck); bildlich Ordnung, für tiraiia, und Schmn ck derRede. Daß Pythagoras zuerst das Wort für Weltvrduungund Welt gebraucht, wird von den Alten einstimmig versichert.Da er selbst nicht geschrieben, so sind die ältesten Beweisstelle»die Bruchstücke des Philolaus (8 tob. Eclog. p. 300 und 400.Heeren; Pl)ilolaos von Böckh S. 02 und 60). Wir führennicht mit Näke den Timäus von Locri an, weil seine 2lechtheit znbezweifeln ist. Plutarch (de plae. phil. II, 1.) sagt auf das be-stimmteste, daß Pythagoras zuerst den Inbegriff des UniversumsKosmos nannte wegen der darin herrschenden Ordnung. (EbensoGalen. llist. phil. p. 429.) Das Wort ging in der neuen Bedeu-rnng aus der philosophische» Schule in die Sprache der Natur-dichtcr und der Prosaiker über. Platv fährt fort die Weltkörperselbst Uranos zu nennen; die Weltordnung ist ihm aber auchKosmos, und im Timäus (>>. 30. II.) heißt das Weltall ein mitSeele begabtes Thier (xoauor t^wov i'a^u/oy). Vergl. über den vonallem Stoff gesonderten weltordnenden Geist Xnaxag. Claz. cd.Schaubach. p. 111, unb Mut. dc plac. phil. II, 3. Bei Aristo teles (de Coelo I, 9.) ist Kosmos „Welt und Weltvrduung"; erwird aber auch betrachtet als ränmlich zerfallend in die sublunarischeWelt und die höhere, über dem Monde (Meteor . 1, 2, 1. nud I,3, 13. p. 339, a. und 340, b. Bekk.). Die von mir oben im Tertcitirte Definition des Kosmos aus dem Pseudo-AristotelcsdcM II11 d 0 Cap. 2. (p. 391) lautet also ; x.öa t uo; iori avarqpa oviju-
vov xai yij; xai rar iv rovroig ntqiz/outvtoy cpvifeiay. Hytc<u <)y xaitrtycü; xuatxoi >) rtov ohav Ta$t; re xai Siaxoouqoi;, vno §ywv 1 , xai
Sm ifvXaTzo/utvt]. Die meisten Stellen der griechischen Schrift-steller über Kosmos finde ich gesammelt 1) in der Streitschrift vonRichard Bentley gegen Charles Boyle (Opuscula philologica1781, p. 347, 443; Dissertation upun thc Epistles of I’hala-ris 1817p.234) über die historische Eristenz desZalcncus, Gesetzgebersvon Locri; 2) in Nä ke's vortrefflichen Sehed. crit. 1812 p. 9—13und 3) in THeopH. Schmidt ad Cleom. cycl. thcor. met. I, 1.(p. IX, 1. und 99.) Kosmos wnrde in engerer Bedeutungauch in der Mehrzahl (Flut. I, 3.) gebraucht, indem entwederjeder Stern (Weltkörper) so genannt wird (Stob. I, p. 314. Plut.