Band 
Erster Band.
Seite
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tmi, vor einem Pimt Haarsterne zu erregenPen allgemeinen Weltbraude zusammenfaßten.

Da Pie Beruhigungsgründe, welche Per WahrscheinlichkeitS -Rechnung entnommen werden, allein auf die den-kende Betrachtung, auf den Berstand, nicht auf die dumpfeStimmung der Gemüther und auf die Einbildungskraftwirken, so hat man der neueren Wissenschaft nicht ganzmit Unrecht vorgeworfen, daß sie Besorgnisse zu zerstörendemüht ist, die sie selbst erregt hat. Es liegt lief in dertrüben Natur deS Menschen, in eitler ernsterfüllten Ansichtder Dinge, daß daS Unerwartete, Außerordentliche nurFurcht, nicht Freude oder Hoffnung"' erregt. Die Wun-dergestalt eines großen Cometen, sein matter Nebelschimmer,sein plötzliches Auftreten am Himmelsgewölbe sind unterallen Erdzonen und dem Volkösinne fast immer als eine neue,grauenvolle, der alten Verkettung deS Bestehenden feindlicheMacht erschienen. Da das Phänomen nur an eine kurzeDauer gebunden ist, so entsteht der Glaube, eS müsse sichin den Weltbegebeuheiten, den gleichzeitigen oder den nächst-folgenden , abspiegeln. Die Verkettung dieser Weltbegeben-heilen bietet dann leicht etwas dar, was man als dasverkündete Unheil betrachten kann. Nur in unserer Zeithat sich seltsamerweise eine andere und heitrere Richtungdes Vvlkssinneö offenbart. Es ist in deutschen Gauen, inden anmuthigen Thälern des Rheins und der Mosel einemjener lange geschmähten Weltkörper etwas Heilbringendes,ein wohlthätiger Einfluß auf daS Gedeihen des Weinstocks,zugeschrieben worden. Entgegengesetzte Erfahrungen, andenen in unsrer eometenreichen Zeit nicht mangelt,baden den Glauben an jene meteorologische Mythe, an