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artesischen Brunnen nimmt in der oberen Erdrinde dieWärme im Durchschnitt mit einer senkrecbten Diese vonje 92 Pariser Fuß um 1 0 des hundertthciligen Thermo-meters zu. Befolgte diese Zunahme ein arithmetisches Ver-hältniß, so würde demnach, wie ich bereits oben° angegeben,eine Granitschicht in der Tiefe von 5 2 /u, geographischenMeilen (vier- bis fünfmal gleich dem höchsten Gipfel deSHimalaya -Gebirgcs) geschmolzen sein.
In dem Erdkörpcr sind dreierlei Bewegungen der Wärmezu unterscheiden. Die erste ist periodisch und verändert dieTemperatur der Erdschichten, indem »ach Verschiedenheit deSSonnenstandes und der Jahreszeiten die Wärme von obennach unten eindringt, oder auf demselben Wege von untennach oben ausströmt. Die zweite Art der Bewegung ist eben-falls eincWirkung der Sonne und von außerordentlicher Lang-samkeit. Ein Theil der Wärme, die in den Aeguatorial-Gegendcn eingedrungen ist, bewegt sich nämlich in dem Inne-ren der Erdrinde gegen die Pole hin, und ergießt sich an denPolen in den Luslkreis und den fernen Weltraum. Die dritteArt der Bewegung ist die langsamste von allen; sie besteht inder scculären Erkaltung des Erdkörpers, in dem Wenigen,waS jetzt noch von der primitiven Wärme des Planeten an dieOberfläche abgegeben wird. Dieser Verlust, den die Central-wärme erleidet, ist in der Epoche der ältesten Erdrevvlntionensehr beträchtlich gewesen, seit den historischen Zeiten aber wirder für unsere Instrumente kaum meßbar. Die Oberfläche derErde befindet sich demnach zwischen der Glühhitze der un-teren Schichten und dem Welträume, dessen Temperaturwahrscheinlich unter dem Gefrierpunkt des Quecksilbers ist.
Die periodischen Veränderungen der Temperatur, welche