Band 
Erster Band.
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Gemüthes ist es daher ein Bedürfniß, die physischen Er-scheinungen auf der Erde bis zu ihrem äußersten Gipfel, biszur Formentwickelung der Vegetabilien und der sich selbstbestimmenden Bewegung im thierischen Organismus zuverfolgen. So schließt sich die Geographie des Orga-nisch-Lebendigen (Geographie der Pflanzen undThiere) an die Schilderung der anorganischen Natur-erscheinungen des Erdkörpcrs an.

Ohne hier die schwierige Frage zu erörtern über dassich selbst Bewegende", d. h. über den Unterschied deö vege-tabilischen und thierischen Lebens, müssen wir zuerst nurdarauf aufmerksam machen, daß, wenn wir von Natur mitmicroscopischer Sehkraft begabt, wenn die Jntegumente derPflanzen vollkommen durchsichtig wären, daS Gewächöreichuns nicht den Anblick von Unbeweglichkeit und Ruhe dar-bieten würde, in welcher cS jetzt unseren Sinnen erscheint.Die inneren Theile des Zellenbaues der Organe sind un-aufhörlich durch die verschiedenartigsten Strömungen belebt.Es sind: Rotationö-Strömungen, auf- und absteigend, sichverzweigend, ihre Richtungen verändernd, durch die Bewegungkörnigen Schleims offenbart, in Wasserpflanzen (Najaden,Characeen, Hydrochariden) und in den Haaren phaneroga-mischer Landpflanzen; eine wimmelnde, von dem großen Bo-taniker Robert Brown entdeckte Molccularbewegung, welchefreilich außerhalb der Organe bei jeder äußersten Theilungder Materie ebenfalls bemerkbar wird; die kreisende Strömungder Milchsaft-Kügelchen (Cyclose) in einem System eigenerGefäße; endlich die sonderbaren, sich entrollenden, geglie-derten Fadengesäße in den Antheridien der Chara und denReproductions-Organen der Lebermoose und Tang-Arten,