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Erster Band.
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enthalten, schien es mir wichtig, in dieser Anmerkung alles zu-sanimcnznstcllen, was ich sicheres über die größten absoluten undrelativen Tiefen der Grubenbaue und Bohrlöcher habe auffindenkönnen. Wenn man von Jerusalem östlich gegen das todte Meerhinabsteigt, so genießt man einen Anblick, den, nach unseren jetzigenhypsometrischen Kenntnissen der Oberfläche unsres Planeten, keineandere Erdgegend darbieten kann; man schreitet, indem man sichdem Spalte naht, in welchem der Jordan fließt, an Hellem Tageauf Gesteinschichten, die nach Bertou's und Rnßeggcr's barome-trischem Nivellement >300 Fuß in senkrechter Tiefe unter demSpiegel des Mittelmeers liegen (Humboldt, Asic ventraleT. II. i«. 323).

" 3 (S. 167.) Muldenförmig gekrümmte Schichten, die mansich einsenken und in einer zu messenden Entfernung wieder aufstei-gen sieht, geben, wenn sie auch in den tiefsten Punkten nicht durchbergmännische Arbeiten erreicht werden, doch sinnliebe Kenntnißvon der Beschaffenheit der Erdrinde in großen Abständen von derOberfläche. Angaben dieser Art gewähren demnach ein großesgeognostisches Interesse. Ich verdanke die folgenden dem vortreff-lichen Gcognosten Herrn von Dechen. Er schreibt:Die Tiefeder Steinkohlen-Mulde zu Lüttich am Mont St. Gilles, welche ichgemeinschaftlich mit unserm Freunde Herrn von Oeynbausen zu3650 Fuß unter der Oberfläche ermittelt habe, liegt, da der MontSt. Gilles gewiß nicht 400 Fuß absolute Höhe hat, an 3250 Fußunter dem Meeresspiegel; die Steinkohlen-Mulde zu Mons liegtsogar nock volle 1750 Fuß tiefer. Alle diese Tiefen sind aber nurals gering gegen die zu betrachten, welche die Lagerungsverhältniffeder Steinkohlenflöze in dem Saar-Revier (Saarbrücken ) offenbare».Ich habe nach wiederholten Aufnahmen gefunden, daß das un-terste Kohlenflöz, welches in der Gegend von Duttweiler bekanntist, bei Bettingen , nordöstlich von Saarlouis , bis 19406 und20656 Fuß (7i 0 geogr. Meile) unter dem Meeresspiegel herabgeht."Dieses Resultat übertrifft noch um 8000 Fuß die Annahme, welcheich im Terte des Kosmos für eine Mulde devonischer Schichtengegeben. Jene Steinkohlenflöze liegen also so tief unter dem Niveaudes Meeres, als der Chimborazo über demselben sich erhebt: ineiner Tiefe, in welcher die Erdwärme au 224" betragen muß. Vonden höchsten Gipfeln des Himalaya bis zu jenen Mulden, welche