149
haben, ist es, wie wir bereits oben bemerkt, am geeignet-sten in der Geschichte der Weltansicht von Einer Völker-gruppe und zwar von der auszugehen, in der unsere jetzigewissenschaftliche Cultur und die deS ganzen europäischenAbendlandes ursprünglich gewurzelt sind. Die Geistesbil-dung der Griechen und Römer ist allerdings ihrem Ansängenach eine sehr neue zu nennen, in Vergleich mit der Culturder Aegypter, Chinesen und Inder; aber was ihnen vonaußen, von dem Orient und von Süden her, zugeströmt,hat sich mit dem, was sie selbst hervorgebracht und verar-beitet, trotz des ewigen Wechsels der Wcltbegcbenheiten unddes fremdartigen Gemisches eindringender Völkermassen, un-unterbrochen aus europäischem Boden fortgepflanzt. In denRegionen, wo man vor Jahrtausenden vieles früher gewußt,ist entweder eine alles verdunkelnde Barbarei wiederum ein-getreten; oder neben der Erhaltung alter Gesiitung undfester, complicirter Staatöcinrichtungcn (wie in China ) istdoch der Fortschritt in Wissenschaft und gewerblichen Kunst-fertigkeiten überaus geringe, noch geringer der Antheil an demWeltverkehr gewesen, ohne den allgemeine Ansichten sich niebilden können. Europäische Culturvölker und die von ihnenabstammenden, in andere Continente übergegangenen sind durcheine riesenmäßige Erweiterung ihrer Schifffahrt in den fernstenMeeren, an den fernsten Küsten gleichsam allgegenwärtig ge-worden. Was sie nicht besitzen, können sie bedrohen. In ihremfast ununterbrochen vererbten Wissen, in ihrer lang vererb-ten wissenschaftlichen Nomenclatur liegen, wie Marksteine derGeschichte der Menschheit, Erinnerungen an die mannigfalti-gen Wege, auf denen wichtige Erfindungen oder wenigstensder Keim zu denselben den Völkern Europa's zugeströmt