Band 
Dritter Band.
Seite
18
JPEG-Download
 

18

furchtbaren Martertodc 29 ein enthusiastischer Bewunderervon Eopernieuö, Tycho und Kcplcr. Zeitgenosse deS Ga-lilei , erlebte er nicht die Erfindung deö Fernrohrs vonHans LippcrShcy und Zachariaö Jansen, und also auchnicht die Entdeckung derkleinen Jupiterswelt", der BenuS-Phascn und der Nebelflecke. Mit kühner Zuversicht aus daS,waS er nennt lume intern», ragiuue naturalo, altczza «!eM'intellelo, überließ er sich glücklichen Ahndungen über die Be-wegung der Firsterne, die planetcnartige Natur der Eometenund die von der Kugclform abweichende Gestalt der Erde. 99Auch daS griechische Alterthum ist voll von solchen urano-logischcn Berheißungcn, die später erfüllt wurden.

In der Gcdankenentwickelung über kosmische Verhält-nisse , deren Hauptformen und Hauptcpochcn hier ausgezähltwerden, war Kepler , volle 78 Jahre vor dem Erscheinen vonNewton'S unsterblichem Werke der Urineipia phi 1 oso-phiac naturalis, einer mathematischen Anwendung derGravitationS-Lehre am nächsten. Wenn der Eklektiker Sim-plicius bloß im allgemeinen den Grundsatz aussprach,daöNicht-Herabfallen der himmlischen Körper werde dadurchbewirkt, daß der Umschwung (die Ecntrifugalkraft) dieOberhand habe über die eigene Fallkrast, den Zug nachunten"; wenn Joanncs Philoponus, ein Schüler deö Am-monius Hermcä, die Bewegung der Weltkörpcreinem pri-mitiven Stoße und dem fortgesetzten Streben zum Falle"zuschrieb; wenn, wie wir schon früher bemerkt, EopcrnicuSnur den allgemeinen Begriff der Gravitation, wie sie inder Sonne als dem Centrum der Planctenwclt, in der Erdeund dem Monde wirke, mit den denkwürdigen Worten be-zeichnet: gravilatem non aliud esse quain appclenliain