Band 
Dritter Band.
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scharfsinnige Beobachter schätzte den scheinbaren Durchmesservon Wega der Leier bei der ungeheuren Vergrößerung von6500 Mal noch zu 0",36. Bei terrestrischen Gegenständenbestimmt außer der Beleuchtung auch die Form des Gegen-standes die Größe deö kleinsten Sehwinkcls für das unbe-waffnete Auge. Schon AdamS hat sehr richtig bemerkt,daß eine dünne lange Stange viel weiter sichtbar ist alsein Quadrat, dessen Seite dem Durchmesser derselben gleichist. Einen Strick sieht man weiter als einen Punkt, auchwenn beide gleichen Durchmesser haben. Arago hat durchWinkelmessung der von der Pariser Sternwarte aus sicht-baren fernen Blitzableiter den Einfluß der Gestaltung(deö Umrisses der Bilder) vielfältigen Messungen unterwor-fen. In der Bestimmnng des kleinstmöglichen optischenSchwinkelö, unter welchem irdische Objecte dem bloßen Augeerkenntlich sind, ist man seit Robert Hooke , der noch strengeine volle Minute festsetzte, bis Tobias Mayer , welcher34" für einen schwarzen Fleck auf weißem Papiere forderte,ja bis zu Lecuwenhoek's Spinnfäden (unter einem Winkel von4", 7 bei sehr gewöhnlicher Sehkraft sichtbar), immer ver-mindernd fortgeschritten. In den neuesten, sehr genauenVersuchen Hueck's über das Problem von der Bewegung derKrystallinse wurden weiße Striche auf schwarzem Grundeunter einem Winkel von 1",2; ein Spinnenfaden bei0",6;ein feiner glänzender Drath bei kaum 0", 2 gesehen. DasProblem ist gar nicht im allgemeinen numerisch zu lösen, daalles von den Bedingungen der Gestalt der Objecte, ihrerErleuchtung, ihres ContrastcS mit dem Hintergründe, vondem sie sich abheben, der Bewegung oder Ruhe und derNatur der Luftschichten, in denen man sich befindet, abhängt.

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