Band 
Vierter Band.
Seite
53
JPEG-Download
 

53

es wohl feinem Zweifel unterworfen sein, daß die allgemeineAnwendung der Magnetnadel anf der oceanischen Schifffahrt derEuropäer seit dem zwölften Jahrhundert (und wohl nochfrüher in eingeschränfterem Maaße) von dem Becken des Mittel-meeres ausgegangen ist. Den wesentlichsten Antheil daran habendie maurischen Piloten, die Genueser, Benclianer, Mayorcancrund Eatalanen gehabt. Die letzten waren unter Anführungihres berühmten Seemannes Don Jaime Ferrer 1346 bis an denAusfluß deö Rio de Ouro (N. Br. 23" 10') an der Westlüstevon Afrika gelangt; und, nach dem Zeugniß von RaymunduS LulluS (in seinem nautischen Werke Ionix ckv lasnrsrgvillaZd e 1 orbe 1286), bedienten sich schon lange vor Jaime Ferrerdie Barceloneser der Seekarten, Astrolabien und Seecompasse.

Von der Quantität der, gleichzeitig durch (Übertragung ausChina , den indischen, malayischen und arabischen Seefahrernbekannten magnetischen Abweichung (Variation nannte mandas Phänomen früh, ohne allen Beisatz) hatte sich die Kundenatürlich ebenfalls über das Becken des Mittelmeers verbreitet.Dieses, zur Correction der Schifförechnung so unentbehrlicheElement wurde damals weniger durch Sonnen-Auf- und Unter-gang als durch den Polarstern , und in beiden Fällen sehr un-sicher, bestimmt; doch auch bereits aus Seekarten getragen:z. B. auf die seltene Karte von Andrea Bianco , die im Jahr1136 entworfen ist. ColumbuS, der eben so wenig alö Sebastian Cabot zuerst die magnetische Abweichung erkannte, hatte daögroße Verdienst, am 13 Sept. 1192 die Lage einer Linieohne Abweichung 2 % Grad östlich von der azorischenInsel Corvo astronomisch zu bestimmen. Er sah, indem er indem westlichen Theile deö atlantischen Oceans vordrang, dieVariation allmälig von Nord oft in Nordwest übergehen.