Band 
Vierter Band.
Seite
55
JPEG-Download
 

55

mit denen Sonnenhöhen genommen werden konnten. DerCosmograph zeichnete 1530, also anderthalb Jahrhunderte vorHalley, freilich auf sehr unvollständige Materialien gegründet,die erste allgemeine Variations-Karte. Wie lebhaft im16ten Jahrhundert seit dem Tode deö EolumbuS und dem Streitüber die Demarcationölinie die Thätigkeit in Ergründung destellurischen Magnetismus erwachte, beweist die Seereise deSJuan Jayme, welcher 1585 mit Francisco Gali von denPhilippinen nach Acapulco schiffte, bloß um ein von ihmerfundenes Declinations-Jnstrument auf dem langen Wege durchdie Südsee zu prüfen.

Bei dem sich verbreitenden Hange zum Beobachten mußteauch der diesen immer begleitende, ja ihm öfter noch voreilendeHang zu theoretischen Speculationcn sich offenbaren. Viele alteSchiffersagen der Inder und Araber reden von Felsinseln,welche den Seefahrern Unheil bringen, weil sie durch ihremagnetische Naturkraft alles Eisen, das in den Schiffen dasHolzgerippe verbindet, an sich ziehen oder gar das ganze Schiffunbeweglich fesseln. Unter Einwirkung solcher Phantasienknüpfte sich früh an den Begriff eines polaren Zusammen-treffens magnetischer Abweichungslinien das materielle Bildeines dem Erdpole nahen hohen Magnetbergcö. Auf dermerkwürdigen Karte des Neuen Continents, welche der römi-schen Ausgabe der Geographie des Ptolemäuö vom Jahre 1508beigefügt ist, findet sich nördlich von Grönland jGruenOaut^,welches als dem östlichen Theil von Asien zugehörig dargestelltwird, der nördliche Magnetpol als ein Jnselberg ab-gebildet. Seine Lage wird allmälig südlicher in dem BreyeCompendio de Ia Sphera von Martin Cortez 1545 wiein der Geographie di Tolomeo deS Livio Sanuto 1588.