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selben Gesetzen, welche die Bewegungslehre anerkennt; aberdie Erdwellen sind in ihrer verheerenden Wirkung von Phä-nomenen begleitet, die ihrer Natur nach dunkler bleiben undin die Classe physischer Processe gehören. Als solche sind auf-zuzählen: Ausströmungen von gespannten Dämpfen; von Gaö-Arten; oder, wie in den kleinen bewegten Moya-Kegeln vonPelileo, gruSartiger Gemenge von Pyroren-Krystallen, Kohleund Jnfusionsthierchen mit Kieselpanzern. Diese wandernden Ke,gel haben eine große Zahl von Hütten der Indianer umgestürzt. *8In dem allgemeinen Naturgemälde sind viele überdie große Catastrophe von Riobamba (-1 Febr. 1797) auSdem Munde der Ueberlebenden an Ort und Stelle mit demernsten Bestreben nach historischer Wahrheit gesammelte That-sachen erzählt. Einige sind den Ereignissen bei dem großenErdbeben von Calabrien auS dem Jahre 1783 analog, anderesind neu und durch die minenartige Kraftäußerung von untennach oben besonders charakteristrt. Das Erdbeben selbst warvon keinem unterirdischen Getöse begleitet, durch keines ver-kündigt. Ein ungeheures Getöse, noch jetzt durch den ein-fachen Namen e> grau ruülo bezeichnet, wurde erst 18 bis20 Minuten später, und bloß unter den beiden Städten Quito und Jbarra, fern von Tacunga, Hambato und dem Haupt-schauplatz der Verheerung, vernommen. Es giebt kein anderesEreigniß in den trüben Verhängnissen des Menschengeschlechts,durch welches in wenigen Minuten, und dazu in sparsam be-völkerten GebirgSländern, so viele Tausende auf einmal den Todfinden, als durch die Erzeugung und den Vorübergang wenigerErdwellen, von Spaltungs-Phänomenen begleitet!
Bei dem Erdbeben von Riobamba, über welches der berühmtevalencianische Botaniker, Don Joso Cavanilles, die frühesten