Band 
Vierter Band.
Seite
450
JPEG-Download
 

450

gewesen sind, nicht viel Wunder erregen kann. Ich habe selbstGelegenheit gehabt Proben dieser BimSsteine in den interessantengeognostiscken Sammlungen meines gelehrten Freundes undakademischen Collegen, deS I)r. Ewald, zu sehen. Die Gleich-heit der mineralogischen Beschaffenheit an zwei entgegengesetztenPunkten mußte die Frage veranlassen: ob, was Pompeji be-deckt, wie Leopold von Buch will, bei dem Ausbruch deS Jahrs79 von den Abhängen der Svmma herabgestürzt ist; oder obder neu geöffnete Krater deS Vesuvs, >vie Scacchi behauptet,Bimsstein gleichzeitig nach Pompeji unb an die Somma gewor-fen habe? WaS zu den Zeiten des Vitruvius , unter Augustus,als pnmox Ponipejanus bekannt war, leitet auf Vor-Plinia-nische Ausbrüche; und nach den Erfahrungen, welche wir überdie Veränderlichkeit der Bildungen in verschiedenem Alter undbei verschiedenen Zustäilden vulkanischer Thätigkeit haben, istman wohl eben so wenig berechtigt absolut zu lältgnen, derVesuv habe von seiner Entstehung an nie Bimsstein hervor-bringen können; als absolut anzunehmen, Bimsstein, d. h. dersaftige oder poröse Zustand eines pvrogenen Minerals, könnesich nur bilden, wo Obsidian oder Trachyt mit glasigem Feld-spath (Sanidin) vorhanden sei.

Wenn auch nach den angeführten Beispielen von derLänge der Perioden, in denen die Wiederbelebung eines schlum-mernden Vulkans erfolgen kann, viel Ungewißheit übrig bleibt;so ist eS dock von großer Wichtigkeit die geographische Ver-tbeilung der entzündeten Vulkane für eine bestimmte Zeit zuconstalircn. Von den 225 Schlünden, durch welche in derMitte des neunzehnten Jahrhunderts daS geschmolzene Innereder Erde mit dem Lustkreise in vulkanischem Verkehr srebt,liegen 70, also ein Drittel, auf den Continenten; und