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Geschichte des Seefahrers Ritter Martin Behaim nach den ältesten vorhandenen Urkunden : mit einer genauen Abbildung des Behaim'schen Globus vom Jahr 1492 in zwei Planigloben nach seiner natürlichen Grösse, und drei der ältesten Karten von Amerika / von Friedrich Wilhelm Ghillany; eingeleitet durch eine Abhandlung ueber die ältesten Karten des neuen Continents und den Namen Amerika von Alexander von Humboldt
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Das lebhafte Interesse, welches die wichtige, mit kritischem Scharfblick abgefasste Abhandlung des HerrnProf. Ghillany über die Erdgloben von Martin Behaim und Johann, Schöner in mir erregt haben,") musste mich aufdie Untersuchungen zurückführen, welche ich selbst über Behaim und Schöner in meinem Examen critique del’Histoire de la Geographie du Nouveau Coutinent aux 15 me et 16 me siecles (termine 1833) bekannt gemacht habe,T. I. p. 256 — 308; T. II. p. 26 und T. V. p. 170. Es ist mir eine Freude, hier zur Publicirung die chronologischenResultate mitzutheilen, welche in der noch ungedruckten dritten Section den letzten Abschnitt meiner Schrift aus-machen sollten. Ich citire, als Beweisstellen, immer nur das Französische Originalwerk (die Ausgabe in 8°, die erstdrei Jahre nach der Ausgabe in Folio erschien), nicht die Deutsche Uebersetzung, die ich nicht kenne und in derdie 1832 von mir entdeckte Weltkarte von Juan de la Cosa (6 Jahre älter als des Columbus Tod) gänzlich fehlt.

Alle Forschungen über die ältesten Karten von Amerika müssen bekanntlich mit den Ausgaben der Geo-graphie des Ptolemaeus beginnen wegen der Gewohnheit, die seit 1482 (Ausgabe von Nicolas Donis) und 1486 (operaac expensis Justi de Albano de Venetiis) eintrat, neuere Karten den älteren von Agathodaemon beizufügen. Diegrösseste und vollständigste Sammlung von Ausgaben des Ptolemaeus ist die des ausgezeichneten Geographen BaronWalckenaer zu Paris ; sie zählt mehr als 30 Editionen, von denen einige in verschiedenen Jahren wiederholte abergleichartige Abdrücke sind; sie enthält viele Ausgaben mehr, als Raidel’s Commentatio critico-literaria de ClaudiiPtolemeei Geographia 1737 darbietet. Ich habe die Walckenaer’sche Sammlung mehrere Monate lang bearbeitet undmeine Bearbeitung ist durch den gelehrten Besitzer vervollständigt worden. Die editio princeps des Ptolemaeus istdie Bologneser Ausgabe von Dominicus de Lapis, welche durch einen Druckfehler das Jahr 1462 auf dem Titelführt, aber, wie De Bure (Bibliographie instructive 1768 T. I. p. 32 —45) und Bartolomeo Gamba (Osser-vazioni sulla Geografia di Tolomeo; Bassanö 1796 p. 132) gründlich erwiesen haben, dem späteren Jahre 1472angehört. Die nächst folgenden Ausgaben des Ptolemaeus von 1475 (durch Jacobus Angelus aus Vicenza ); von 1478(auctore Arnoldo Buckinck e Germania, in Rom gedruckt); von 1482 (durch Nicolaus Donis, zwei Abdrücke aus Rom und Ulm); von 1486 (von Justus de Albano de Venetiis, gedruckt in Ulm ) von 1490 (Romae, arte et impensis Petride Torre); und von 1507 (Roma, edirt von Bernardinus de Vitalibus aus Venedig und Evangelista aus Brescia ) ent-halten zwar mehrmals moderne Karten, aber Nichts, das sich auf den neuen Welttheil bezieht. Der südliche Theildieses Welttheils und die Antillen finden sich zum ersten Male auf einer Kupferplatte dargestellt (ohne den Na-men Amerika ) in der Römischen Ausgabe des Ptolemaeus von 1508, correcta a Marco Beneventano et Joanne CottaVeronensi. Ehe wir aber von dieser Ausgabe reden, in welcher die Weltkarte von Joh. Ruysch enthalten ist,muss die älteste gezeichnete Karte erwähnt werden, welche bisher bekannt ist.

Es ist dies die Weltkarte, welche 1500 der grosse Seefahrer Juan de la Cosa (bisweilen auch schlechthinJuan Biscaino genannt) in der Puerto da Sta. Maria gezeichnet hat, da er eben erst von der Reise mit Alonso dellojeda und Amerigo Vespucci (eine Reise, die nur vom 20. Mai 1499 bis Mitte Juni 1500 dauerte und sich dochschon bis 3° nördl. Breite an die Ostküste von Südamerika erstreckte) zurückgekommen war. Von dieser Karte,der wichtigsten, die es für die früheste Geschichte der Geographie des Neuen Welttheils gibt, ist nur bisher daseinzige Exemplar bekannt, welches sich in der kostbaren Bibliothek des Baron Walckenaer zu Paris befindet undvon der ich in 3 Blättern die Haupttheile zuerst habe stechen lassen. Man hatte sie für eine Portugiesische Welt-karte gehalten von ganz unbekanntem Alter, bis ich während der Cholerazeit bei fleissigen Arbeiten in den Pariser Bibliotheken im Jahre 1832 die Worte entdeckte: Juan de la Cosa la fizo en el Puerto de Sta. Maria en anode 1500. Diese Inschrift steht neben einem kleinen farbigen Bilde, den grossen Christoph vorstellend, wie er das

*) Dr. Ghillany: Die Erdgloben von Martin Behaim und Johann Schöner. Ein Programm. Nürnberg bei Schräg.

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