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tholomäus von Eyb war, wie es scheint, sein Vormund, jedenfalls ein Freund der Familie; ich finde ihn auch alsExecutor des Testaments von Behaim s Mutter unterzeichnet. Im Jahre 1479 befindet sich der junge Martin zuAntwerpen in einer Tuchmanufactur; er lehrt den dortigen Obermeister das „Rechnen mit der Feder“, wofür ihmdieser seine Geheimnisse bei der Tuchbereitung mittheilt. Seine Umgebung, versichert er, Meister, Hausgesinde undKaufleute hätten ihn lieb, und es dürfe der Mutter nicht bange sein, dass er nicht hinreichend beschäftigt sei. ImFrühjahr des Jahres 1479 ist er von Antwerpen aus wiederum auf der Frankfurter Messe , wo er durch Bartholo-mäus von Eyb 300 Gulden von seiner Mutter eingehändigt erhält, um eine Speculation in Tüchern zu machen. „Ichbitte dich doch,“ schreibt er in diesem letzten Briefe an seinen Oheim, „schreibe mir öfter, dass ich wissen mag,wie es Dir und allen den Deinen gehe; denn Du weisst wohl, dass Einer in fremden Landen nichts Fröhlichereshat, als Schrift und freundlichen Gruss von seinen guten Freunden. Auch bitte ich Dich, dass Du Dir meiner liebenMutter Sache und auch was meine lieben Geschwister angeht, empfohlen sein lässest, wo sie Deines Rathes oderDeiner Hilfe bedürftig wären, dass Du ihnen tröstlich und freundlich seiest, wie ich ja nicht zweifle, dass Du sieDir empfohlen sein lässest“ (Urkunde VII.).
Dies ist die letzte urkundliche Nachricht, die wir in Deutschland über Martin Behaim haben bis zu seinemBesuche in Nürnberg im Jahre 1491, wo er bereits seinen Ruf als Kosmograph und Seereisender begründet hatte.Es war mir nicht möglich, im v. Beharnischen Archive irgend Etwas aufzufinden, was über seine Geschichte in denwichtigen Jahren von 1479— 1491 Aufschluss geben könnte; wir sind mit Ausnahme Dessen, was auf dem Behaim -sehen Globus und in der Sehedel'schen Chronik gesagt wird, auf Portugiesische Nachrichten beschränkt. Ich brauchekaum zu erwähnen, dass nach dem Gange unserer bisherigen Untersuchung die Angaben geschichtlicher Werke,nach welchen sich Martin Behaim , bevor er nach den Niederlanden kam, in Venedig und Wien aufgehalten hätte,als unrichtig zu beseitigen sind. Behaim war, wie seine Briefe (Urk. IV. — VII.) deutlich genug beweisen, ein jungerMensch, als er in die Niederlande kam, der zum ersten Mal das älterliche Haus verliess. Die Sage, dass er inVenedig gewesen, fand ihre Entstehung in der Urkunde III., die Murr mit Unrecht für einen Brief Martin Behaim’s ,des Seefahrers, erklärte, da sie seinem Vater zugehört. In Wien war, wie wir aus Urkunde VI. ersehen, einVetter Behaim’s, ein Sohn seines Oheims Leonhard. Die verschiedenen Orte, wo in jener Zeit ein Behaim zumVorschein kommt, haben seiner Person etwas Räthselhaftes gegeben; das Räthsel löst sich sehr einfach dadurch,dass die Behaime in Handelsgeschäften ansehnliche Reisen unternahmen.
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